Der Regisseur als Souffleur

London, Donizetti: La Fille du Régiment

Opernwelt - Logo

Vierzig Jahre sind ins Land gegangen, seit Joan Sutherland und der junge Luciano Pavarotti in Donizettis französischer Komödie auf der Bühne des Royal Opera House Händchen hielten. Bald darauf sollten sie die Welt erobern, nicht zuletzt dank jener ewig frischen Decca-Aufnahme, die uns daran erinnert, warum Pavarotti als «König der hohen Cs» galt.
Sutherland und Pavarotti setzten «La Fille du Régiment» damals wieder auf die Agenda des Opernbetriebs. Seitdem hatte man oft Gelegenheit, diese leicht gespritzte Musik zu hören, nur nicht in Covent Garden.

Es bedurfte dort wohl eines anderen «goldenen Paares», um das Stück erneut ins Repertoire aufzunehmen. Beurteilt man die Sache nun nach den Vorstellungen mit Natalie Dessay und Juan Diego Flórez, so kann man nur sagen: Das lange Warten hat sich gelohnt.
Geschmack und Stil haben sich natürlich weiterentwickelt: Sutherland und Pavarotti waren zwar über jeden Zweifel erhabene Stimmkünstler, in der neuen, auf Dessay und Florez maßgeschneiderten Inszenierung hätten sie aber wohl ziemlich ungelenk ausgesehen. Das neue Paar mag auch vokal leichtgewichtiger wirken als das alte, doch die Art, wie es sich Donizettis Herausforderungen stellt, ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2007
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Andrew Clark

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der lange Weg zum Selbst

 

Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachts­got­tes­diens­ten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein...

Welttheater, und was daraus wurde

Das Ende ist Stille. Nur von einem äthe­rischen Geigenschimmer getragen entschwebt die Seele der getauften Muslimin Clorinda in Claudio Monteverdis «Combattimento» gen Himmel. Die Musik löst sich in nichts auf, gesteht ein, dass ihre Mittel hier am Ende sind, dass alle tönende Pracht der voraufgegangenen «Marienvesper» nicht über die Endlichkeit des Daseins...

Harmonie der Welt?

Musik und Zahlen? Tonkunst und Mathematik? Nie und nimmer, mag der Musikliebhaber denken, hat die hoch verehrte Muse etwas mit der schnöden, emotionslosen Welt des Rechnens zu tun, abgesehen vielleicht davon, dass Kunst ja auch bezahlt werden will. Ist es nicht geradezu ein Schlagwort in der Debatte um die Kulturförderung, dass Kunst sich eben nicht rechnet, sich...