Wo ein Wille ist, ist manchmal auch ein Weg
Ein wenig erinnert er an Peer Gynt. Wie der Titelheld aus Ibsens Drama, so ist auch Stefan Solyom viel herumgekommen in der Welt. Doch die Motivation hinter der Reiserei könnte unterschiedlicher nicht sein. Gynt, der Unglücksrabe, sucht (vergeblich) das Leben und die Liebe. Solyom, das Glückskind, hat beides schon gefunden. Und dazu seinen ersten festen Job. Seit der Spielzeit 2009/10 ist der junge Schwede Generalmusikdirektor des Deutschen Nationaltheaters in Weimar und Chefdirigent der dortigen Staatskapelle. Mit gerade einmal 31 Jahren.
Ein smarter Typ, unruhig-dynamisch, fast möchte man meinen: ein Getriebener. Und mutig ist er dazu. Wer präsentiert schon zwei Werke zur Eröffnung, die es, jedes auf seine Art, in sich haben? Mit der Choroper «Angst» von Christian Jost kann man kaum großen Lorbeer ernten, und an Mozarts «Le nozze die Figaro» hat sich schon so mancher Hochbegabte die Zähne ausgebissen.
Der gelernte Hornist Solyom bewältigt die eine wie die andere Partitur souverän, und beide Male kommt er ohne Taktstock aus. Ein kleiner Boulez? Nicht ganz. Aber es gibt Parallelen. Hoch ist das Maß an Sachlichkeit, die stilistische Sicherheit. Und ebenso die Präzision. Solyom, ...
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... und wenn sie nicht gestorben sind. Das ist das lieto fine vieler Märchen. Am Ende des neuen «Ring» an der Hamburgischen Staatsoper ist Siegfried nicht gestorben. Nach dem Weltbrand steht er mit rücklings blutbeflecktem Hemd am Fenster und blickt versonnen – wohin? Er rührt sich nicht, wenn ihm Brünnhilde, die sich zuvor mit seinem Schwert die Pulsadern geöffnet...
Was tut ein Opernregisseur, wenn er Richard Wagners «Götterdämmerung» einem Theater als Einzelstück versprochen hat und danach unerwartet den gesamten «Ring des Nibelungen» angeboten bekommt? Auf das Einzelstück verzichten, auf den Zyklus verzichten oder gleich alles liefern? Der Australier Barrie Kosky, dem das Neinsagen offenbar schwer fällt, hat sich für die...
Im gegen den Zuschauerraum weiß abgeschirmten Bühnenportal tut sich während der Ouvertüre ein kleines Rechteck auf, man sieht altertümliche Modellhäuschen, Giebelchen, Türmchen. Dann kommen Kinder und räumen das Ganze weg, auf Nimmerwiedersehen. Alt-Nürnberg als Kinderkram? Bezieht der Titel dieser Oper sich nicht metaphorisch, aber eindeutig auf das Nürnberg der...
