Wissenschaft und Wahnsinn
War Operette nicht schon immer ein bisschen B-Movie? In ihren besten Fällen hat sie auf diese Weise so manches A-Movie-Musiktheater ganz unkorrekt überholt. Ob das auch für Alexander R. Schweiß’ (Musik) und Lena Reißners (Text) «B-Movie-Pulp-Operette» mit dem Titel «The Bat Bomb!» gilt, muss noch offenbleiben. Der link zum unbestrittenen Meisterwerk der Gattung ist jedenfalls ein fake. Wenn man mal davon absieht, dass fulminante Passagen aus der Ouver -türe zu Johann Strauß’ «Fledermaus» in das Finale des zweiten Akts eingebaut sind.
Durchaus musikalisch eloquent.
Immerhin reüssierte das Fledermaus-Bömbchen schon 2024 an einem Wallfahrtsort der Operette, der damaligen europäischen Kulturhauptstadt Bad Ischl, und wurde dort beim Short Operetta Festival ausgezeichnet. Die deutsche Erstaufführung im Orchestergraben des Theaters Freiburg zeigt: wohl nicht ganz zu Unrecht. Der Stoff ist Operette von der schrägsten Sorte. Aber leider nicht erfunden, die Hauptfigur Dr Lytle S. Adams ist real. Für den Dentisten aus Irwin, Pennsylvania, war eine Fledermaus nur die «lowest form of animal life», und diese Geringschätzung brachte ihn nach Besuchen in den Höhlen des Carlsbad National Parks in ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Alexander Dick
Er ist im Wald, in Hörweite zum sich einspielenden Orchester, er ist um die antiken Mauern, auch weit weg vom Amphitheater, und im Marketing der Griechischen Nationaloper ist er sowieso allgegenwärtig: Der Genius Loci ist an sämtlichen Ecken und Enden auf dem Gelände des Asklepios-Heiligtums im griechischen Epidaurus spürbar. Aber – er erscheint nicht in Form eines...
Vor zwei Jahren inszenierte Thorleifur Örn Arnarsson in Bayreuth den «Tristan» in statischen Tableaus und düsteren Rätselbildern. Nun macht er sich in Zürich an den «Tannhäuser» und nimmt auch dieses Werk nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn er Tobias Kratzers spritzige Bayreuther Inszenierung einmal zitiert, in der viel gelacht werden konnte, sieht er – wie...
Theo Adam hatte einen prächtigen Charakterkopf, der ihn vielleicht auch für Film und Fernsehen prädestiniert hätte. Und tatsächlich hatte er im DDR-Fernsehen seit 1977 bis nahe an dessen (und des zugehörigen Staates) Ende eine eigene Sendereihe, in der er vor prunkvollen Kulissen sowohl prominente Kollegen als auch Nachwuchstalente vorstellte und damit, wie Jan...
