Fluch der Vergangenheit
Von Walter Benjamin stammt die scharfsinnige, nur bedingt anfechtbare These, Schicksal und Charakter würden einander ausschließen: «Wo das Schicksal herrscht, sei, so der Philosoph, «für Charaktere, die standhalten, kein Platz, und wo sich Charaktere ungebrochen behaupten, bleibt das Schicksal fern.
» In den Opern Verdis ist meist Ersteres der Fall, wobei man beileibe nicht behaupten möchte, ein Macbeth und ein Simon Boccanegra, eine Donna Leonora und ein Don Alvaro, ein Rigoletto oder eine Violetta Valery besäßen keine signifikanten, sich den negativen Verlaufskurven ihres Lebens widersetzenden «Charaktere». Doch wie sie sich auch winden und wehren, nie je reicht dieser Wille zur Umkehr aus, um Fortunas wirrem Walten zu entgehen. Ihre unbestimmbare Macht ist stärker, sie setzt sich durch. Und am Ende steht der Tod in der Tür, spöttisch grinsend.
So ist es auch in «Il trovatore», dem mittleren jener drei Nachtstücke, die Verdi zwischen 1853 und 1862 komponierte, aus der Taufe gehoben am 19. Januar 1853 im römischen Teatro Apollo, mit dem Komponisten am Pult. Ein lieto fine ist, wie in «Simon Boccanegra» (den Verdi 1881 noch einmal einer grundlegenden Revision unterzog) und wie ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Jürgen Otten
Womit verdient das Unternehmen «Windsor» sein Geld? Man erfährt es nicht. Wahrscheinlich ist es auch völlig egal. Sicher ist jedenfalls, dass erhebliche Summen bewegt werden: Der CEO – es ist Falstaff – residiert in einem prächtigen Büro, irgendwo droben in einem Wolkenkratzer. Vor den Fenstern grüßt die Skyline New Yorks, Vögelchen fliegen vorüber, auch mal ein...
arte
02.08. – 18.05 Uhr
Musikalisches Prater-Picknick
Im Sommer 2022 bereicherten die Wiener Symphoniker die frühsommerlichen Attraktionen im Prater um ein neues Open-Air-Format. Das Konzert hatte den Charakter eines musikalischen Familienpicknicks – die Zuschauerinnen und Zuschauer erhielten Decken und Körbe, saßen auf der Wiese und lauschten den Orchesterklängen...
Georges Bizets «Carmen» ist vielleicht das am gravierendsten verkannte Repertoirestück. Seit 1908 sind weit über 200 Gesamteinspielungen erschienen. Keine einzige wird dem Geist dieser «Operette mit tödlichem Ausgang», wie Bizet selbst sein Werk nannte, gerecht. Auch der Versuch zweier renommierter französischer Institutionen, des Palazzetto Bru Zane und der Opéra...
