Der kurze Sommer der Klangpoesie
Sucht man nach den sogenannten Schlüsselwerken aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die das Denken über die Gattung wie das Hören selbst nachhaltig verändert haben, kommt man an Bernd Alois Zimmermanns Oper «Die Soldaten» nicht vorbei.
Ein megalomanes, mammutgleiches, fast mystisches Stück, maßlos in vielerlei Hinsicht, steht es in der Musikgeschichtslandschaft wie ein Monolith, gleichberechtigt neben Luigi Nonos (im gleichen Zeitraum entstandenen) Schöpfungen wie «Al gran sole carico d’amore», «Intolleranza» und der Hörtragödie «Prometeo», Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» und Karlheinz Stockhausens «LICHT»-Zyklus. Was all diese revolutionären «Erfindungen» eint, ist im Grunde ein «Makel»: Ihre musiktheatralische Realisierung bringt den Betrieb gehörig ins Schwitzen. Und sie überfordert sowohl die Beteiligten als auch einen Großteil des Publikums.
An ihrem hohen Wert ändert es nichts, nur eben an den Möglichkeiten einer Aufführung. Das muss auch Andreas Dorfner konzedieren, der sich in seiner Dissertation mit Zimmermanns im Februar 1965 an der Oper Köln uraufgeführtem Opus magnum aus -einandersetzt und es zu diesem Zweck gleichsam unters Mikroskop legt. ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Medien, Seite 49
von Jan Verheyen
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Theo Adam hatte einen prächtigen Charakterkopf, der ihn vielleicht auch für Film und Fernsehen prädestiniert hätte. Und tatsächlich hatte er im DDR-Fernsehen seit 1977 bis nahe an dessen (und des zugehörigen Staates) Ende eine eigene Sendereihe, in der er vor prunkvollen Kulissen sowohl prominente Kollegen als auch Nachwuchstalente vorstellte und damit, wie Jan...
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