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Ich denke, die Opernhäuser und Orchester, aber auch wir Künstler selbst werden drei bittere Lehren aus der durch Corona erzwungenen Spielpause ziehen müssen:

2) Von allen vollmundig von der Politik angekündigten «unbürokratischen» Corona-Hilfen ist im Gegensatz zur freien Wirtschaft bei den freiberuflichen Künstlern bis heute nur ein Bruchteil angekommen, und das, obwohl praktisch allen Solo-Selbstständigen ihre gesamten Einnahmen auf Monate hinaus wegbrechen und dadurch viele von ihnen gezwungen sind, entweder ihre mühsam angesparte Altersversorgung – soweit vorhanden – anzutasten oder Hartz 4 zu beantragen und dafür zum Teil gar noch aufgefordert werden, ihre Instrumente zu verkaufen.

3) Die deutsche Kreativwirtschaft ist mit über 100 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung jährlich der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland, ihr «Leuchtturm», unsere weltweit einmalige  Theater- und Orchesterlandschaft ist für die Aufnahme in das immaterielle Unesco-Weltkulturerbe nominiert. Während aber andere Branchen ganz schnell und in beeindruckender Geschlossenheit die Politik unter Druck setzten, fehlt uns eine «schlagkräftige» Einigkeit: Durch Corona driften die immer schon zu ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 38
von Will Humburg

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Impressum September/Oktober 2020

61. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752337

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