Plurale Identität

Das von Christiane Wiesenfeldt herausgegebene Handbuch zu Felix Mendelssohn Bartholdy porträtiert den Komponisten und sein Werk jenseits aller formelhaften Verkürzungen

Die Oper hat Felix Mendelssohn Bartholdy ein Leben lang beschäftigt. Schon als Kind entwarf er Szenen, die Fragment blieben, aber einen erstaunlich sicheren Umgang mit Stilspezifika des Musiktheaters zeigen. Der Plan einer Lorelei-Oper mit Emanuel Geibel war fortgeschritten und reichte bis in die letzte Lebensmonate. Das Ziel einer großen deutschen Oper hat Mendelssohn immer wieder angesprochen – und es doch nicht erreichen können. So blieb es bei der «Hochzeit des Camacho» des 16-Jährigen. Es ist seine erste und einzige öffentlich zu Lebzeiten gespielte Oper.

Genauer: ein aus Ouvertüre und 18 Nummern bestehendes Singspiel, das von der Forschung kontrovers eingeschätzt wird.

Zu Mendelssohns Opern-Projekten hat Sabine Henze-Döhring in dieser Zeitschrift eine umfangreiche Spurensuche betrieben, die im Jahrbuch 2007 veröffentlicht wurde. Auch im neu erschienenen Mendelssohn-Handbuch wird das Thema diskutiert. Dass es nur vordergründig um die Suche nach einem geeigneten Libretto ging, steht außer Frage. Ebenso, dass Mendelssohn das Desiderat klar erkannt hatte. Im Stil des von ihm hoch geschätzten Weber weiterzumachen, war unmöglich. Dazu hatte sich der Zeitgeschmack zu schnell ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Stephan Mösch