Wünsch Dir was
Ein Interruptus, den sich Puccini anders vorgestellt hat. Statt Tosca das Messer zücken zu lassen, um Scarpias Fast-Vergewaltigung zu beenden, schneit Freddy mit einem Song auf den Lippen herein. Und das auch noch aus einem anderen Stück, der Muntermacher stammt aus «My Fair Lady». Ein paarmal passiert so etwas an den beiden Abenden. Eben noch umschmeichelt Ortrud die ahnungslose Elsa, schon wiegt sich dieselbe Sängerin im Trinklied Orsinis aus «Lucrezia Borgia», während später Professor Higgins Lohengrins Gralserzählung charmant ins Abseits trällert.
Als ob jemand alle guten und schlechten Geister aus Oper und Musical beschwört hat, die sich nun begegnen, umkreisen, beeinflussen, bedingen, so spielt sich «Schwanenflug», eine «Oper von grandioser Ungleichheit» im Saal des Münchner Akademischen Gesangvereins ab.
Eine Schlagerparade, die sich – begleitet nur vom Klavier – zum wunderlich wundersamen Pasticcio fügt. Es ist die Frucht eines Weiterbildungsprogramms, das vom «Werkmünchen» verantwortet wird. Dabei geht es nicht allein um Nachwuchspflege. Das Projekt ist auch Anlaufstelle für Sänger, die vor dem Umbruch stehen – sei es wegen eines Fachwechsels, sei es wegen beruflicher ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Markus Thiel
alpha
Wagner: Der Ring des Nibelungen
Als Alternativprogramm zu den Bayreuther Festspielen wartete ARD-alpha mit einem Highlight der Operngeschichte auf: BR-KLASSIK und die Bayreuther Festspiele präsentierten im August im Rahmen einer großen «Ring-Nacht» die legendäre Inszenierung von Patrice Chéreau mit Pierre Boulez am Pult. Die Ankündigung erfolgte kurzfristig...
Sie könnte die musikalische Gattung der Stunde sein. Weil sie den Menschen in nicht gerade einfachen Zeiten ein bisschen Ablenkung verschaffte, im besten Fall Unterhaltung auf hohem Niveau. Und weil sie immer flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren, sich ihnen anzupassen wusste. Diese Flexibilität zeichneten die Operette und ihre Macher von jeher...
Seine wichtigste Quelle ist die Leere. Die Absenz aller Gedankenschwere. Den Kopf müsse er frei haben, um anfangen zu können. Um empfänglich zu sein für Ideen, Perspektiven, Erfahrungen, die sonst unbemerkt blieben. Für inwendige Energien von Menschen, Dingen, Werken, die sich nicht von selbst erschließen. Für die Essenz jener verborgenen existenziellen Kräfte, die...
