Willkommen zum Soundpainting!

Diskurs-Freude und Science-Fiction-Spaß: Das Kölner Festival «Orbit» hat nur peripher mit Musiktheater zu tun

Opernwelt - Logo

Sieben Produktionen in vier Tagen, davon fünf Uraufführungen, und das mit einem Budget von rund 250.000 Euro: Das ist eine beachtliche Leistung des Teams um die künstlerischen Leiterinnen Christina C. Messner und Sandra Reitmayer beim Kölner Festival «Orbit» für aktuelles Musiktheater. Gespielt wurde in zwei alten, zu Kulturzentren umgenutzten Feuerwachen, im modernen Studio der Musikfabrik im Mediapark und in der gigantischen, stillgelegten Aurora-Getreidemühle im Deutzer Hafen.

Mit Oper hat Orbit hingegen wenig zu tun.

Es gibt Tanz, Performance, Literatur, ein bebildertes Konzert, eine VR-Session, dabei immer auch Musik, und mit Host_Opera dann doch eine richtige kleine Oper. Denn dort wird gesungen, es spielen Instrumente, und es wird eine Geschichte erzählt, nämlich die von der Geiselnahme einer Mädchenklasse in Ungarn durch die Söhne eines Parteifunktionärs. Die fand 1973 statt und wurde lange Zeit verschwiegen. Bei der Produktion des Wiener Kollektivs MuPATh schlüpfen zwei Frauen und zwei Männer in immer neue Rollen, mal sind sie die Entführer, mal die Mädchen, die auf die Toilette müssen, die Angst haben oder einfach nur Hunger, mal der Psychologe, der die Jungen vom ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Richard Lorber

Weitere Beiträge
Etwas bemüht

Ist es Liebe oder Perversion? Seit Lars von Triers düsteres Beziehungsdrama «Breaking the Waves» 1996 auf die Kinoleinwand kam, darf darüber gerätselt werden. Auch fast 30 Jahre danach geben die Figuren ihr Geheimnis nicht preis. Die Beweggründe ihres Handelns bleiben im Dunkeln. Nach einem schweren Unfall auf einer Ölplattform ist Jan querschnittsgelähmt und...

Regieschach

Rote Augen hat der Teufel, ganz effektvoll macht sich das im Dunkel des zweiten Akts. Vor allem aber surrt er. Wie Drohnen so sind, wenn sie hereinschweben, Angst, Schrecken (und in diesem Fall auch etwas Schulterzucken) verbreiten: bedrohliche Flugobjekte als ultimativer Grusel, während Chor und Orchester in die letzte Partitur-Steilkurve von Webers Wolfsschlucht...

Mehr als ein Laufsteg für Megären

Bella furia: Das erinnert an «Fare la bella figura», den italienischen Code zum Wahren des schönen Scheins. Und es könnte sein, dass Shira Patchornik beim Titel ihres Debütalbums mit Trouvaillen der Mozart-Zeit bewusst auf die Ähnlichkeit der Begriffe abhob – entweder um den «Furien» die Bühne zu bereiten oder den akustischen Laufsteg für eine Modenschau...