Regieschach
Rote Augen hat der Teufel, ganz effektvoll macht sich das im Dunkel des zweiten Akts. Vor allem aber surrt er. Wie Drohnen so sind, wenn sie hereinschweben, Angst, Schrecken (und in diesem Fall auch etwas Schulterzucken) verbreiten: bedrohliche Flugobjekte als ultimativer Grusel, während Chor und Orchester in die letzte Partitur-Steilkurve von Webers Wolfsschlucht rasen? Harmlos ist das nur für diejenigen aus Friedenszonen, die an Familienväter mit Fernbedienung beim Strandurlaub denken. Doch es gibt Gegenden, in denen Menschen um alles fürchten müssen bei diesen Ufos des Todes.
Die Videos der Aufführung, ein flackerndes, splitterndes Kriegskaleidoskop von Voxi Bärenklau, führen uns in diese Welt.
Es ist also ein schleichender Schrecken, kein Knalleffekt. Anderes hätte man von Jossi Wieler und Sergio Morabito auch gar nicht erwartet. 2019 brachten sie den «Freischütz» in Strasbourg heraus. Kurz danach war die Koproduktions-Premiere in Nürnberg geplant. Ein weltweites Virus verhinderte dies. Eine Pandemie und einige Kriege weiter fand das Regie-Duo: Da muss neu aufs Stück geblickt werden. Nina von Mechows Ausstattung blieb. Zweidimensionales ragt ins Bild wie barocke Kulissenteile, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel
Kreativgeist
Ihr erstes Bühnenwerk war 2017 ein Puppenmusiktheater für Kinder. In «Žabica Kraljica» (Die Froschkönigin) verwob Sara Glojnarić geschickt die menschliche Stimme mit dem zauberischen Spiel der Holzpuppen. Im Musiktheater «Station Paradiso», einem Roadtrip heraus aus dem Ländle, geht es der Komponistin nun um die Sehnsucht nach dem Zuhause. Uraufgeführt...
Auf dem Stallerhof nachts um halb eins. Zwei Menschen treffen einander, im gegenseitigen Begehren. Nur sollten sie das, was sie tun, lieber nicht tun; der liebe Gott hat die Unkeuschheit behördlich untersagt und im sechsten seiner zehn Gebote unter strenge Strafe gestellt. Doch was tun, wenn das Verlangen größer ist als die Vernunft? Also geschieht seinesgleichen,...
Alles, was Oper kann!», wählte Tobias Kratzer als Motto für seine erste Spielezeit an der Hamburgischen Staatsoper. Alles, was Barockoper kann: So wiederum könnte man David McVicars Inszenierung von Händels «Giulio Cesare in Egitto» überschreiben. 2005, also vor über 20 Jahren, hatte diese Produktion Premiere beim Glyndebourne Festival, Christoph Seuferle, dem...
