Etwas bemüht

Mazzoli: Breaking the Waves am Staatstheater Mainz

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Ist es Liebe oder Perversion? Seit Lars von Triers düsteres Beziehungsdrama «Breaking the Waves» 1996 auf die Kinoleinwand kam, darf darüber gerätselt werden. Auch fast 30 Jahre danach geben die Figuren ihr Geheimnis nicht preis. Die Beweggründe ihres Handelns bleiben im Dunkeln. Nach einem schweren Unfall auf einer Ölplattform ist Jan querschnittsgelähmt und unfähig, mit seiner jungen, liebeshungrigen Ehefrau Bess zu schlafen. Daher fordert er sie auf, mit anderen Männern Sex zu haben und ihm davon zu berichten.

Bess entschließt sich, den Vorschlag anzunehmen, um ihren Mann lebendig zu halten – und stirbt schließlich selbst an den Folgen einer brutalen Vergewaltigung. Er dagegen wird wundersam geheilt.

Die amerikanische Komponistin Missy Mazzoli und der Librettist Royce Vavrek haben aus der kontroversen Filmvorlage eine Oper gemacht: «Breaking the Waves» wurde 2016 in Philadelphia uraufgeführt und ist nun in einer Inszenierung von Krystian Lada am Staatstheater Mainz zu sehen. Ein weißes Leinentuch – es erinnert an das Turiner Grabtuch – bedeckt am Schluss des Abends die aufgebahrte Bess. Als sich das Tuch hebt, ist die Krankenbahre leer: Bess ist in den Himmel entrückt; Jan ...

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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Silvia Adler

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