Wiener Opernfeste gestern und heute

Opernwelt - Logo

Wie kein anderes hat sich das Label Orfeo des Wiener Staatsopernjubiläums angenommen. Von den sieben Opernpremieren des heißen Herbstes 1955 gibt es neben bereits existierenden kompletten Live-Mitschnitten nun zusätzlich Highlights auf drei CDs, wobei die bisher nicht auf CD erhältlichen Ausschnitte aus «Aida» (mit Leonie Rysanek und Hans Hopf unter Rafael Kubelik) besonderes Interesse beanspruchen dürfen. Die Jubi­läums-Gala vom 5. November 2005 liegt als CD-Mitschnitt und (in anderer Programm­anordnung) auf DVD (bei EuroArts) vor.

Letzteres wird besonders solche Musikfreunde interessieren, die nur die auf eine Stunde eingedampfte, von Aus- und Einblendungen verunstaltete Version des ZDF kennen. Attraktion des Abends war zweifellos die Mitwirkung von fünf Dirigier-Promis, wobei der mit Abstand am meisten bejubelte Christian Thielemann die «Meistersinger»-Ouvertüre behäbig-pompöser anlegte als andernorts. Was die Bühnenpräsenz angeht, kann es niemand mit Agnes Baltsa und Plácido Domingo aufnehmen, die die große Auseinandersetzung zwischen Amneris und Radames natürlich jenseits ihres stimmlichen Zenits gestalten, aber eben doch so, dass sie unter die Haut geht. Deborah Polaski ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2006
Rubrik: CDs, Seite 42
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verdi: La traviata

Der Abend lebt von Violetta. Die junge Sizilianerin Adriana D’Amato ist keine, die sich erst im Jenseits den Schlaf aus den Augen reibt wie «Lulu», kein hart ins Leben gestoßenes, Liebe mit großen Augen erlebendes Kind, als das Franco Zeffirelli die Kurtisane der Jubiläums-«Traviata» vor drei Jahren im Teatro Verdi in Busseto mit D’Amatos Landsfrau Stefania...

Gluck light

«Einstweilen (...) singe ich unter anderem gar oft und mit unaussprechlichem Vergnügen die Partie des Oedib in der Musik von Sacchini. Sie ist bei uns (in Berlin) gegeben worden, wie man mir gesagt hat, und hat wenig Beyfall gefunden; gewiss nur bey denen, die es nicht verstehen, innere Schönheiten eines Kunstwerkes durch eine fehlerhafte Exekution durchzufühlen;...

Melancholischer Pierrot in böser (Theater!-)Welt

Das Theater besitzt, besser: besaß manchmal auch eine prophetische Kraft, ein feines Sensorium für kommende Ereignisse. Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» darf insofern nicht nur als unterhaltsame Heiterkeit gesehen werden. Wenn der König, nachdem sein Sohn, der schwermütige Prinz, sich gegen ihn gestellt und ihn verlassen hat, einen Schuldigen sucht und diesen...