Wiener Opernfeste gestern und heute
Wie kein anderes hat sich das Label Orfeo des Wiener Staatsopernjubiläums angenommen. Von den sieben Opernpremieren des heißen Herbstes 1955 gibt es neben bereits existierenden kompletten Live-Mitschnitten nun zusätzlich Highlights auf drei CDs, wobei die bisher nicht auf CD erhältlichen Ausschnitte aus «Aida» (mit Leonie Rysanek und Hans Hopf unter Rafael Kubelik) besonderes Interesse beanspruchen dürfen. Die Jubiläums-Gala vom 5. November 2005 liegt als CD-Mitschnitt und (in anderer Programmanordnung) auf DVD (bei EuroArts) vor.
Letzteres wird besonders solche Musikfreunde interessieren, die nur die auf eine Stunde eingedampfte, von Aus- und Einblendungen verunstaltete Version des ZDF kennen. Attraktion des Abends war zweifellos die Mitwirkung von fünf Dirigier-Promis, wobei der mit Abstand am meisten bejubelte Christian Thielemann die «Meistersinger»-Ouvertüre behäbig-pompöser anlegte als andernorts. Was die Bühnenpräsenz angeht, kann es niemand mit Agnes Baltsa und Plácido Domingo aufnehmen, die die große Auseinandersetzung zwischen Amneris und Radames natürlich jenseits ihres stimmlichen Zenits gestalten, aber eben doch so, dass sie unter die Haut geht. Deborah Polaski ...
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«Einstweilen (...) singe ich unter anderem gar oft und mit unaussprechlichem Vergnügen die Partie des Oedib in der Musik von Sacchini. Sie ist bei uns (in Berlin) gegeben worden, wie man mir gesagt hat, und hat wenig Beyfall gefunden; gewiss nur bey denen, die es nicht verstehen, innere Schönheiten eines Kunstwerkes durch eine fehlerhafte Exekution durchzufühlen;...
Vor gut dreizehn Jahren bot sie in der Pariser Opéra Bastille zum ersten Mal dem Publikum ihre bleich geschminkte Stirn: Robert Wilsons aufwändig-minimalistische und hochgradig stilisierte «Madama Butterfly». Eine Produktion, um die sich bald Häuser rund um den Globus reißen sollten. Bis dato wurde die Inszenierung des texanischen Bildtheatermagiers unter anderem...
Gilda ist tot, der Vater – Rigoletto – in Schmerz erstarrt, das Publikum tief ergriffen, doch auf die Basler Opernbühne kehrt allzu schnell die Realität wieder zurück: 3,5 Millionen Franken soll das Dreispartenhaus ab der kommenden Spielzeit unter seinem neuen Intendanten Georges Delnon jährlich einsparen; eine Summe, die das Theater substanziell gefährden würde,...
