Auf DVD-Format eingedampft
Souvenir de Verone – das ist der von Warner gewählte Marketing-Titel auf dem Paket von sechs für den DVD-Gebrauch aufbereiteten Mitschnitten von Opernaufführungen in der Arena von Verona. Alle Produktionen stammen aus den achtziger Jahren: Verdis «Attila», «Nabucco», «Il trovatore», «Aida» und «Otello» samt Puccinis «Tosca». Ein willkommenes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, um ihren Appetit auf die nächstjährige Stagione im Amphitheater an der Piazza Brà zu stimulieren.
Sie bekommen immerhin einen Eindruck, was sie dort erwartet.
Von den sommerlichen Touristenscharen, die ins Veneto strömen und die Stadt der Scaglier bevölkern, wie sie schon am Nachmittag vor den noch geschlossenen Portalen der Arena Schlange stehen und dann ins Innere drängeln, um einen möglichst guten Platz auf den harten Bänken zu ergattern. Wie die Bühnenarbeiter die schweren Dekorationsteile herbeischleppen und montieren und sich allmählich der Abend auf die Stadt senkt, die Musiker ihre Instrumente stimmen, der Maestro ans Pult tritt und endlich den Einsatz zum Spektakel gibt. Und wie sich dann die Oper im Super-Breitwandformat, aufgebläht zu kolossaler Dimension, wie ein musikalischer Dinosaurier der ...
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Als man sich im Teatro Colón auf die argentinische Erstaufführung von Alexander Zemlinskys «König Kandaules» vorbereitete, wurde das Haus von Streiks erschüttert (siehe OW 11/2005). Dann schien sich die Lage beruhigt zu haben: Das Colón brachte ohne nennenswerte Probleme eine Wiederaufnahme der auf einem García-Lorca-Stück basierenden Oper «La zapatera prodigiosa»...
«Peter Grimes», denkt man bei sich, das ist die unumgängliche Realismus-Pusselei der Bootspflege, des Netzeflickens, der morgendlichen Verrichtungen am Meer. Ja, meint man weiter, es muss in Benjamin Brittens Oper nach Salzwasser, nach Fisch riechen. Mag sein, dass es das in Zürich am Rande auch tat. Auf Robert Israels zweistöckiger Bühne war allerdings wenig vom...
Gilda ist tot, der Vater – Rigoletto – in Schmerz erstarrt, das Publikum tief ergriffen, doch auf die Basler Opernbühne kehrt allzu schnell die Realität wieder zurück: 3,5 Millionen Franken soll das Dreispartenhaus ab der kommenden Spielzeit unter seinem neuen Intendanten Georges Delnon jährlich einsparen; eine Summe, die das Theater substanziell gefährden würde,...
