Auf DVD-Format eingedampft
Souvenir de Verone – das ist der von Warner gewählte Marketing-Titel auf dem Paket von sechs für den DVD-Gebrauch aufbereiteten Mitschnitten von Opernaufführungen in der Arena von Verona. Alle Produktionen stammen aus den achtziger Jahren: Verdis «Attila», «Nabucco», «Il trovatore», «Aida» und «Otello» samt Puccinis «Tosca». Ein willkommenes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, um ihren Appetit auf die nächstjährige Stagione im Amphitheater an der Piazza Brà zu stimulieren.
Sie bekommen immerhin einen Eindruck, was sie dort erwartet.
Von den sommerlichen Touristenscharen, die ins Veneto strömen und die Stadt der Scaglier bevölkern, wie sie schon am Nachmittag vor den noch geschlossenen Portalen der Arena Schlange stehen und dann ins Innere drängeln, um einen möglichst guten Platz auf den harten Bänken zu ergattern. Wie die Bühnenarbeiter die schweren Dekorationsteile herbeischleppen und montieren und sich allmählich der Abend auf die Stadt senkt, die Musiker ihre Instrumente stimmen, der Maestro ans Pult tritt und endlich den Einsatz zum Spektakel gibt. Und wie sich dann die Oper im Super-Breitwandformat, aufgebläht zu kolossaler Dimension, wie ein musikalischer Dinosaurier der ...
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Daniel Harding hat mit großem Glanz zur Eröffnung am 7. Dezember nicht nur Mozarts «Idomeneo», sondern den Auftakt einer neuen Ära dirigiert. Zum ersten Mal seit vielen Jahren stand nicht Riccardo Muti am Pult des Mailänder Teatro alla Scala, dessen Chefdirigent er neunzehn Jahre lang bis zu seinem Rücktritt am 3. April 2005 war. Zum ersten Mal konnte der neue...
Es war die Idee des Verlegers Giulio Ricordi, zwei vorher nur mäßig erfolgreiche und in ihren künstlerischen Ambitionen grundverschiedene Männer wie Arrigo Boito und Amilcare Ponchielli zu einem Erfolgsteam zusammenzubringen, ja, zu zwingen. Boito hatte mit seiner ehrgeizigen Goethe-Adaption «Mefistofele» (1868) einen der größten Skandale der Operngeschichte...
Barock gleich Pop, diese Formel ist spätestens seit David Aldens Inszenierungen en vogue. Dass neben der Unterhaltungslust tiefe Gedanken von Schuld und Tod den Barockmenschen beherrschten, wird gern außer Acht gelassen. So auch am Staatstheater Braunschweig, wo Andreas Baesler Monteverdis «Krönung der Poppea» inszeniert hat. Denn wo Barock Pop ist, ist Liebe...
