Auf DVD-Format eingedampft
Souvenir de Verone – das ist der von Warner gewählte Marketing-Titel auf dem Paket von sechs für den DVD-Gebrauch aufbereiteten Mitschnitten von Opernaufführungen in der Arena von Verona. Alle Produktionen stammen aus den achtziger Jahren: Verdis «Attila», «Nabucco», «Il trovatore», «Aida» und «Otello» samt Puccinis «Tosca». Ein willkommenes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, um ihren Appetit auf die nächstjährige Stagione im Amphitheater an der Piazza Brà zu stimulieren.
Sie bekommen immerhin einen Eindruck, was sie dort erwartet.
Von den sommerlichen Touristenscharen, die ins Veneto strömen und die Stadt der Scaglier bevölkern, wie sie schon am Nachmittag vor den noch geschlossenen Portalen der Arena Schlange stehen und dann ins Innere drängeln, um einen möglichst guten Platz auf den harten Bänken zu ergattern. Wie die Bühnenarbeiter die schweren Dekorationsteile herbeischleppen und montieren und sich allmählich der Abend auf die Stadt senkt, die Musiker ihre Instrumente stimmen, der Maestro ans Pult tritt und endlich den Einsatz zum Spektakel gibt. Und wie sich dann die Oper im Super-Breitwandformat, aufgebläht zu kolossaler Dimension, wie ein musikalischer Dinosaurier der ...
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Die Opern Dallapiccolas gehören fraglos zu den bedeutendsten italienischen Beiträgen zum Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Entsprechend gut ist das Œuvre des Komponisten durchforscht. Der 2002 vom Florentiner Mario Ruffini herausgegebene Werkkatalog war abgeschlossen – zumindest schien es so. Im vorigen Jahr jedoch entdeckte Ruffini im Fondo Dallapiccola ein...
«Einstweilen (...) singe ich unter anderem gar oft und mit unaussprechlichem Vergnügen die Partie des Oedib in der Musik von Sacchini. Sie ist bei uns (in Berlin) gegeben worden, wie man mir gesagt hat, und hat wenig Beyfall gefunden; gewiss nur bey denen, die es nicht verstehen, innere Schönheiten eines Kunstwerkes durch eine fehlerhafte Exekution durchzufühlen;...
«Peter Grimes», denkt man bei sich, das ist die unumgängliche Realismus-Pusselei der Bootspflege, des Netzeflickens, der morgendlichen Verrichtungen am Meer. Ja, meint man weiter, es muss in Benjamin Brittens Oper nach Salzwasser, nach Fisch riechen. Mag sein, dass es das in Zürich am Rande auch tat. Auf Robert Israels zweistöckiger Bühne war allerdings wenig vom...
