Auf DVD-Format eingedampft
Souvenir de Verone – das ist der von Warner gewählte Marketing-Titel auf dem Paket von sechs für den DVD-Gebrauch aufbereiteten Mitschnitten von Opernaufführungen in der Arena von Verona. Alle Produktionen stammen aus den achtziger Jahren: Verdis «Attila», «Nabucco», «Il trovatore», «Aida» und «Otello» samt Puccinis «Tosca». Ein willkommenes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, um ihren Appetit auf die nächstjährige Stagione im Amphitheater an der Piazza Brà zu stimulieren.
Sie bekommen immerhin einen Eindruck, was sie dort erwartet.
Von den sommerlichen Touristenscharen, die ins Veneto strömen und die Stadt der Scaglier bevölkern, wie sie schon am Nachmittag vor den noch geschlossenen Portalen der Arena Schlange stehen und dann ins Innere drängeln, um einen möglichst guten Platz auf den harten Bänken zu ergattern. Wie die Bühnenarbeiter die schweren Dekorationsteile herbeischleppen und montieren und sich allmählich der Abend auf die Stadt senkt, die Musiker ihre Instrumente stimmen, der Maestro ans Pult tritt und endlich den Einsatz zum Spektakel gibt. Und wie sich dann die Oper im Super-Breitwandformat, aufgebläht zu kolossaler Dimension, wie ein musikalischer Dinosaurier der ...
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Henry James’ berühmte Novelle «The Turn of the Screw» hat seit ihrem Erscheinen 1898 nicht nur zahlreiche Dramatisierungen, sondern auch etliche Versuche inspiriert, die rätselhafte Geschichte einer Gouvernante, die in den Bann zweier vermeintlich von Gespenstern – den Wiedergängern ihrer verblichenen Diener – heimgesuchter Kinder gerät, mit cineastischen Mitteln...
«La Bohème» ganz realistisch, detailverliebt, in perfektem Einklang mit der Tradition. Die einzige Konzession an den Gegenwartsgeschmack: zeitlose bis heutige Kostüme. Ohne sie wäre die Saarbrücker «Bohème»-Neuinszenierung von Lutz Hochstraate auch vor vierzig, fünfzig Jahren ohne weiteres vorstellbar gewesen.
Frei von Irritationen läuft die Handlung ab. Da...
So machen’s alle auf den Opernbühnen des 21. Jahrhunderts? Zum Glück nicht! Die klassischen Räume in David McVicars bemerkenswerter «Così fan tutte»-Inszenierung an der Straßburger Rheinoper hatte man ob der Bühnenbildner-Generation der Viebrocks fast schon für nicht mehr möglich gehalten. Doch der Schotte zeigt, wie es auch gehen kann, siedelt die Handlung in...
