Wie Scala-Chef Alexander Pereira sich an einem Millionen-Deal mit Saudi-Arabien die Finger verbrannte – und doch für die hauseigene Akademie lukrative Aufträge sicherte
Am Anfang lief alles wie geschmiert. Intendant Alexander Pereira, stets auf der Suche nach neuen Märkten und Geldgebern für das Teatro alla Scala, konnte einen Kontakt mit Saudi-Arabien aufbauen. Ein knappes Drittel des Jahresbudgets der Mailänder Oper von zurzeit 125 Millionen Euro ist durch öffentliche Fördergelder gedeckt, den Rest muss das Haus selbst erwirtschaften.
Fremdmittel von privater Seite sind also höchst willkommen – und warum nicht auch aus dem Ausland?
Das Scala-Orchester soll auf seiner Sommer-Tournee 2020 unter der Leitung von Zubin Mehta eine konzertante «Traviata»-Vorstellung in Riad begleiten. Und bereits im September 2019 wird die Accademia della Scala eine «Rigoletto»-Aufführung nach Dhahran ins King Abdulaziz Centre for World Culture bringen. Doch die Saudis boten auch Geld für anderes, etwa den Aufbau einer Musikschule für Jugendliche in Riad. Pereira, im Januar dort zu Besuch, brachte zudem eine Beteiligung an der Scala-Stiftung für fünf Jahre ins Spiel. Private stimmberechtigte Stiftungsmitglieder, etwa die Unternehmen Tod’s oder Allianz, zahlen drei Millionen Euro pro Jahr. Fünf mal drei macht 15 – für Kulturminister Prinz Badr bin Abdullah kein Thema. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Zwischenruf, Seite 71
von Henning Klüver
«Ins Feld! Ins Feld! / Zur Schlacht! / Zum Sieg! Zum Sieg! / In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!» Der missverständliche und in der Tat ja nicht erst von den Nazis missbrauchte Schluss war schon für Ingeborg Bachmann ein Problem, als sie 1958/59 für Hans Werner Henze Kleists Schauspiel «Der Prinz von Homburg» als Operntext einrichtete. Bewusst implantierte sie...
Schon die Antike wusste es: «Wen die Götter lieben, der stirbt jung.» Sprich, wer auf dem Höhepunkt seines Ruhms stirbt, hat bessere Chancen, selbst in den Kreis der Götter und Heroen aufgenommen zu werden. Das gilt unter massenmedialen Bedingungen auch für den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, der nicht zuletzt aufgrund seiner Ermordung am 22. November...
Detlev Glanert
Ein leidenschaftlicher Leser war er immer. Ein Literaturliebhaber, der sich für Randständiges interessiert. Sonahm er sich für seine neue Oper eine kaum bekannte, unvollendete Novelle von Theodor Fontane vor – alsHommage zu dessen 200. Geburtstag: «Oceane». Die Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin wird von GMD Donald Runnicles und Robert Carsen...
