Wie eine Zeitbombe

Moskaus freie Musiktheaterszene boomt, Beleg sind sehenswerte Produktionen des Kollektivs «KoOPERation» und beim Festival «Territorija»

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Moskaus Kultur ist lebendig, ungeachtet der zweiten Pandemiewelle, die mit täglich wachsenden Infektionszahlen über die Stadt rollt. Gleichwohl haben sämtliche Opernhäuser auf «Notdienst» umgestellt. Beispielsweise konnten nicht alle angesetzten «Don Carlos»-Vorstellungen im Bolschoi Theater stattfinden: Askar Abdrasakov (Filippo) und Anna Netrebko (Elisabetta) waren beide an Covid-19 erkrankt. Einzige Premiere im Frühherbst war »Der steinerne Gast» von Alexander Dargomyschski an der Helikon-Oper. Daran hatte aber das Publikum wenig Freude.

Nicht nur musste der Abend Corona-bedingt ohne Chor stattfinden, auch gewann man den Eindruck, dass dieses einst so lebendige Theater immer häufiger nur noch flaue Dekorationsleckerbissen serviert.

Auch die beiden Festivals, auf denen die staatlichen Opern ihre Inszenierungen zeigen – die «Goldene Maske» und «Musik zum Anschauen» – sahen sich wegen akuter Krankheitsfälle gezwungen, Aufführungen abzusagen oder zu verschieben: Weder die neue patriotische Oper «Jermak» von Alexander Tschaikowsky noch das innovative Ballett «Der Befehl des Königs» erblickten das Licht der Öffentlichkeit. Dafür zeigte Alexander Zhurbin, Komponist und Vielschreiber, ...

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Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Alexej Parin

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