Wer, wo, wie und warum?
Rechtzeitig zum Amtsantritt von Jossi Wieler als Intendant der Oper Stuttgart sind zwei Bücher über den Schweizer Regisseur erschienen. Obwohl reichhaltig illustriert, lebt der von Hajo Kurzenberger herausgegebene Band doch von den Texten. Kurzenberger charakterisiert Wieler gleich eingangs als Teamplayer, als «besonderen Liebhaber der Menschen, mit denen er umgeht und arbeitet».
Er nähert sich dem «Menschenergründer und Wahrheitssucher» zunächst über die biografischen Stationen, in deren Abfolge er freilich von Anfang an Reflexionen über die Ästhetik von Wielers Theaterarbeit und ihrer Wirkung einstreut. Kennzeichnend schon für die frühen, in Heidelberg, Stuttgart und Basel entstandenen Schauspielinszenierungen ist eine Radikalität des Fragens und Suchens – Wieler selbst spricht von «Archäologie betreiben» –, die die nicht verbalisierte Innenwelt von Texten und Figuren freilegt und dabei Verdrängtes und Tabuisiertes ans Licht bringt.
Kurzenberger beschreibt dieses «szenische Erinnern» (wie er es nennt), dieses Abtragen von Schichten, das in seiner Differenziertheit, Genauigkeit und körperlichen Umsetzung weit über das gängige Psychologisieren hinausweist, am Beispiel von vier ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 34
von Uwe Schweikert
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Mozart, Le nozze di Figaro:
4. (P), 10., 17., 21., 25., 30.
(Bosch, Helle, Klaß)
• La...
Ausgerechnet die Uckermark, das denkt er sich heute belustigt. Ein Exil, durch das Hans-Jürgen von Bose auf Jahre hin zur Randexistenz verdammt war. Die Kontakte schliefen ein, die Kompositionsaufträge versickerten. Gut, da war die Pension der Münchner Musikhochschule für ihren Ex-Professor. Aber kann das einen Hochkreativen befriedigen? Hans-Jürgen von Bose...
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die...
