Verlorenes Glück
«Modern people» – in mehreren Sprachen und teilweise spiegelverkehrt ist dieses
Motto an der hinteren Bühnenwand zu lesen. Die Frage nach dem, was ein moderner Mensch überhaupt sei, stellt in Arnold Schönbergs Einakter «Von Heute auf
Morgen» ausgerechnet ein Kind. Die Eltern fühlen sich verpflichtet, eine zumindest
moralische Antwort zu geben. Sie streiten über ihr Leben, als die Frau vorgibt, sich dem Genuss verschrieben, mehrere Geliebte an Land gezogen zu haben.
Am Ende finden sie wieder zu den vertrauten Lebensmustern und den ihnen am ehrlichsten erscheinenden Formen des Glücks zurück.
Max Blonda alias Gertrud Schönberg schrieb das Libretto zu Schönbergs tendenziell antibürgerlicher Oper – ein Werk, das in Thema, Form und Gestalt so recht in die Zeit der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre passt. Nun liegt «Von Heute auf Morgen» auf DVD vor, als Mitschnitt aus dem Teatro La Fenice vom Dezember 2008. Regisseur Andreas Homoki setzt auf ein Bühnenbild in nüchternem Schwarz-Weiß, ein mittig platziertes weißes Ledersofa ist die wichtigste Requisite. Da hängt alles von genauer Personenführung ab. Doch die gelingt Homoki nur phasenweise. Er erzählt die Geschichte des sich selbst ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/CDs, DVDs, Seite 31
von Christoph Vratz
Liebe Gloria Davy, Mitte der 50er-Jahre gastierten Sie in Europa mit «Porgy and Bess». Ich habe 1955 eine der Vorstellungen im Hallenstadion von Zürich erleben können. Wie kam es zu dieser Produktion?
1955 nahte schon das Ende meiner Zeit mit «Porgy and Bess». Im Jahr zuvor hatte ich mich einem Ensemble in Cleveland (Ohio) angeschlossen. Damals ersetzte ich Leontyne...
An Eleganz übertrifft es alle anderen. Es ist das schönste Opernhaus, das in den letzten Jahren gebaut wurde. Es steht im chinesischen Qingdao, früher unter dem Namen Tsingtau bekannt, eine Stadt mit deutscher Prägung aus der Kaiserzeit. Deutsche Architekten haben es entworfen: Die Pläne lieferte das Büro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) aus Hamburg.
Opernhäuser...
Der erste Gedanke, wenn man diese Oper hört: Enescu kann alles! Aber er kann es nicht nur aus traumwandlerisch sicherer Beherrschung des Metiers, sondern aus tiefer Einsicht in die musikalische Praxis. Enescu war, wie historische Aufnahmen belegen, ein begnadeter Geiger, ließ im Trio mit Alfredo Casella und Louis Fournier oder in seinem Streichquartett die...
