Bananentheater

Hannover, Mascagni: Cavalleria rusticana/Leoncavallo: I pagliacci

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Wir kennen die Geschichte, aber wir kennen sie nicht in dieser Gestalt, nicht mit diesen Ausbuchtungen, nicht in dieser Konsistenz. Es ist eine andere Geschichte, die hier erzählt wird: eine Geschichte, in der die beiden anderen Geschichten, die gewöhnlich nacheinander erzählt werden, zusammenfließen wie zwei breite Ströme. Mit anderen Worten: Calixto Bieito und sein Dramaturg Xavier Zuber haben die Zwillings-Verismo-Einakter «Cavalleria rusticana» und «I pagliacci» neu montiert und präsentieren an der Staatsoper Hannover beide Werke als ein Kammerspiel der Moderne.

Schon die Verortung des Geschehens führt uns aus der Atmo­sphäre des Mediterranen: kein Sizilien, kein Kalabrien nirgendwo. Die Bühne von Ariane Isabell Unfried und Rifail Ajdar­pasic zeigt eine trostlose Grünanlage am Rande einer (imaginären) Stadt. Eine Blechbude links (später steht sie an der Rückwand), zwei, drei Rasen­gevierte, dazwischen Beton mit gelben Fahrbahnmarkierungen: letztlich ein zeit-, ort- und heimatloser Raum. Die Menschen darin, wen wundert es noch, sind sämtlich verlorene Seelen.
Und darin liegt das eine Problem der Inszenierung: Auf die Dauer langweilt die Monochromie des Vegetierens und Vagierens. ...

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Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Jürgen Otten

Vergriffen
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