Wenn der Mond schmilzt ...
Die sicherste Bank des demissionierten Wiesbadener Staatstheater-Intendanten Uwe Eric Laufenberg waren im Bereich des Musiktheaters seine guten Kontakte zu Sängerinnen und Sängern, die imposante Besetzungen in die hessische Landeshauptstadt brachten. Das überdeckte einiges, etwa den Umstand, dass zwei Generalmusikdirektoren, Zsolt Hamar und Patrick Lange, vorzeitig aus dem Amt schieden.
Nicht überdecken konnte es auf Dauer den Konflikt zwischen Intendanz und Geschäftsführung (Laufenberg versus Holger von Berg, der weiterhin im Amt ist) und auch nicht die zunehmend miese Stimmung innerhalb des Betriebs. «Wir haben es mit einem Haus in Aufruhr zu tun», sagte Dorothea Hartmann kürzlich unverblümt dem Online-Magazin «Nachtkritik». An der Seite von Beate Heine ist sie, zuletzt an der Deutschen Oper Berlin beschäftigt, im neuen Intendantinnen-Duo schwerpunktmäßig für das Musiktheater zuständig. Eines ist klar: Das Team Hartmann/Heine steht vor Herausforderungen. Jetzt aber sollen Ruhe und Aufbruchstimmung her. Einiges davon boten die beiden Musikpremieren am überfüllten Eröffnungswochenende. Beide Abende waren auch geeignet, das wieder etwas vergrößerte, junge und durch Gäste ergänzte ...
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Opernwelt November 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Judith von Sternburg
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Judica Semler kann das. Und erzählt, dass es, wenn Leute früher in der DDR Gesang studierten, oft hieß: «Wenn du schlecht bist, kommst du nach Döbeln!» Gewiss ein undankbarer «Ruf». Semler ficht die böse Sottise aber gar nicht an. Sie ist dem Mittelsächsischen Theater seit Jahren treu. War dort erst Regieassistentin, dann...
Endlich bekommt man die Beckmesser-Harfe einmal zu Gesicht! Dieses wie auf dürren Vogelbeinen stehende Zwerginstrument, das Richard Wagner erfand (oder erfinden ließ), um den gewünschten Fake-Klang für die Laute des Merkers zu erreichen: ein wenig kläglich, aber doch so, dass die Töne gut zu hören sind in einem großen Opernhaus. In Bonn bringt Beckmesser die Harfe...
Der korpulente, sein kindlich-treuherziges Antlitz hinter einem Rauschebart verbergende Leif Segerstam unterschied sich schon rein äußerlich von allen anderen Meistern des Taktstocks; die Ähnlichkeit mit Brahms wurde von den Plattenlabels höchst dankbar ausgeschlachtet, US-Amerikaner sahen Santa Claus in ihm, und wer sich in Finnland ein wenig auskannte, den...
