Wenn das Licht klingt

Salzburg, Britten: Peter Grimes

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Eine verwegene These? Die Berliner Philharmoniker sind kein gutes Opernorchester – weil sie ein zu gutes sind. Wenn den Musikern und Simon Rattle eine so hellsichtige, geistsprühende Interpretation gelingt wie bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen, sprengen sie das Gesamtkunstwerk Oper. Was da bei Benjamin Brittens «Peter Grimes» an elektrisierender Spannung aus dem Graben zu hören war, ließ alles Übrige verblassen, die Solisten, die Regie, ja selbst das filmreife Bühnenbild.

Hier ist ein Orchester zu er­leben, das nach dem Generationswechsel der letzten Dekade vorwiegend aus jungen Menschen besteht, die nicht nur ihre Instrumente virtuos beherrschen, sondern die auch mit ihrem feuerköpfigen Chefdirigenten ästhetisch im 21. Jahrhundert angekommen sind, bereit, alles zu wagen, sich jeden Stil mit atemberaubender Flexibilität anzueignen. Und wenn Rattle die 1945 uraufgeführte Partitur seines Landsmanns Benjamin Britten dann mit fes­tem Griff anpackt, wenn er die düs­tere, muffige Atmo­sphäre der spießigen Dorfgemeinschaft mit einem kompromisslos klaren Orchesterklang kontrapunktiert, wenn von den Gefühlsaufwallungen der Protagonisten rein durch diesen Orchesterklang ein ...

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Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Frederik Hanssen

Vergriffen
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