Welche Wonne, welche Lust

Mozart: Le nozze di Figaro am Opernhaus Zürich

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Was für ein Vergnügen. Auf der Bühne wird singend gespielt, dass sich die Bretter biegen. Im Graben wird Klang gegeben, dass es eine Art hat. Und im voll besetzten Zuschauerraum wird herzlich gelacht. Dabei ist das Stück 236 Jahre alt und spiegelt eine gesellschaftliche Konstellation, die es so nicht mehr gibt.

Oder eventuell doch? Mozarts Buffa «Le nozze di Figaro» hat bei der Uraufführung in Wien gehörigen Wirbel ausgelöst – kein Wunder, verhandelt sie doch das Gebaren adliger Herrschaften dem weiblichen Geschlecht gegenüber, insbesondere jenes ius primae noctis, das es als Recht nicht gegeben hat, das aber selbstverständlich gepflegt wurde und in den Jahren vor der Französischen Revolution als Inbegriff des feudalen Machtanspruchs in Verruf geraten war. 

Heute ist das Thema, wenn auch in der Gegenwart anverwandelter Form, wieder sehr en vogue. Nicht dass Jan Philipp Gloger, der Regisseur der neuen Zürcher Produktion, den Grafen Almaviva umstandslos zu einem Harvey Weinstein gemacht hätte. Doch die Verwandtschaft zwischen den beiden Verkörperungen männlichen Daseins ist derart mit Händen zu greifen, dass der Regisseur sie nicht links liegen lassen konnte. Unterstrichen wird ...

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Opernwelt 8 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Peter Hagmann

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