Welche Wonne, welche Lust
Was für ein Vergnügen. Auf der Bühne wird singend gespielt, dass sich die Bretter biegen. Im Graben wird Klang gegeben, dass es eine Art hat. Und im voll besetzten Zuschauerraum wird herzlich gelacht. Dabei ist das Stück 236 Jahre alt und spiegelt eine gesellschaftliche Konstellation, die es so nicht mehr gibt.
Oder eventuell doch? Mozarts Buffa «Le nozze di Figaro» hat bei der Uraufführung in Wien gehörigen Wirbel ausgelöst – kein Wunder, verhandelt sie doch das Gebaren adliger Herrschaften dem weiblichen Geschlecht gegenüber, insbesondere jenes ius primae noctis, das es als Recht nicht gegeben hat, das aber selbstverständlich gepflegt wurde und in den Jahren vor der Französischen Revolution als Inbegriff des feudalen Machtanspruchs in Verruf geraten war.
Heute ist das Thema, wenn auch in der Gegenwart anverwandelter Form, wieder sehr en vogue. Nicht dass Jan Philipp Gloger, der Regisseur der neuen Zürcher Produktion, den Grafen Almaviva umstandslos zu einem Harvey Weinstein gemacht hätte. Doch die Verwandtschaft zwischen den beiden Verkörperungen männlichen Daseins ist derart mit Händen zu greifen, dass der Regisseur sie nicht links liegen lassen konnte. Unterstrichen wird ...
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Opernwelt 8 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Peter Hagmann
JUBILARE
Sheila Armstrong wurde am 13. August 1942 im Nordosten Englands, in Ashington geboren. Sie studierte Gesang an der Newcastle University und an der Royal Academy of Music in London. Mit 23 Jahren feierte Armstrong ihr Debüt als Despina in Mozarts «Così fan tutte» am Sadler’s Wells Theatre in London. Ab 1973 sang sie am Royal Opera House Covent Garden in...
Die Corona-Pandemie hat die Auftrittsund Karrierechancen junger Opernsängerinnen und -sänger weit stärker noch beeinträchtigt als die von berufserfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Es war deswegen kaum verwunderlich, dass Liz Mohn, Präsidentin der nach ihr benannten Sektion der Bertelsmann Stiftung, in ihrer Rede die Bedeutung der ursprünglich bereits für 2021...
Ein Sturm tobt an Cornwalls Küste. Wildwüchsig schlagen die d-Moll-Wellen ans felsige Ufer, ungezügelt und mit einer Kraft, die alles wegspült. Trompeten und Hörner, Pauken und Posaunen verquicken einander mit einem satten Streicherklang zu einer fulminanten Fanfare im 6/8-Takt, die gleich zu Beginn dieser Oper eine geradezu archaische Wucht evoziert; beinahe muss...
