Weglassen schärft den Blick fürs Wesentliche

Große, archaische Geschichten sind die Spezialität von Philipp Stölzl. Ob im Kino mit «Nordwand» und «Der Medicus» oder auf der Opernbühne. Zum Musiktheater kam der 52-Jährige über Videos für Madonna und Luciano Pavarotti. «Genau eine Sekunde» habe er überlegt, als die Bregenzer Intendantin Elisabeth Sobotka ihm Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne anbot

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Herr Stölzl, Sie sind ein Regisseur und Bühnenbildner des «think big». Gewaltiger als auf der Bregenzer Seebühne geht es ja nun nicht mehr ...
Stimmt. Ich überlege wirklich, was danach noch kommen soll. Vielleicht war’s das nun? Aber im Ernst: Ich hatte immer davon geträumt, in Bregenz zu arbeiten. Mit Anfang 20, als Bühnenbildassistent an den Münchner Kammerspielen, hatte ich mit großen Augen auf die Fotos aus Bregenz geguckt. Deshalb erlebe ich am Bodensee gerade einen wunderbaren Lebensmoment.

Kann man in Bregenz freier inszenieren, weil es keinen begrenzenden Bühnenrahmen gibt? Oder wird man aufgrund des technischen Aufwands in ein Korsett gezwungen?
Eingeengt fühle ich mich nicht, das liegt allerdings auch am Bregenzer Team. Ich arbeite seit drei Jahren an dieser Inszenierung. Es gab mehrere Entwürfe fürs Bühnenbild, einige wurden verworfen, auch der ausgewählte durchlief  dann noch einige Metamorphosen. Gerade weil man nicht durchs Repertoiretheater mit seinen alltäglichen Sachzwängen geschleust wird, hat mir das irrsinnigen Spaß gemacht. Es ist ja nicht so, dass die Bühne von einer Achterbahnfirma aus England geliefert wird. Es handelt sich wirklich um Unternehmen aus der ...

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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Interview, Seite 30
von Markus Thiel

Vergriffen
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