Jugendweise, altersfrisch

Seit fast drei Jahrzehnten erkundet Concerto Copenhagen das Terrain von Monteverdi bis Mozart – auf Haupt- und Nebenwegen. Mit Händels erstem Oratorium demonstriert das führende Alte-Musik-Ensemble Skandinaviens seine tieflotende Klangkultur

Die neuen Propheten der Alten Musik? Sie gingen zunächst in England (Trevor Pinnock, Christopher Hogwood), in den Niederlanden (Ton Koopman, Frans Brüggen) und Flandern (Philippe Herreweghe, René Jacobs, die Kuijken-Brüder) ans Werk. Dank eines frankophilen Amerikaners (William Christie) mischten sie auch in der Grande Nation schon früh die Hörgewohnheiten auf (Marc Minkowski, Christophe Rousset, Emmanuelle Haïm).

In Köln pustete Reinhard Goebel mit seiner Musica Antiqua seit 1973 den Staub aus den (nicht selten vergessenen) Partituren, in (Ost-) Berlin formierte sich 1982 die Akademie für Alte Musik, fünf Jahre später gründeten Studenten das Freiburger Barockorchester. In Mailand legte 1985 mit Il Giardino Armonico das erste international erfolgreiche Spezialensemble Italiens los. Dass William Byrd und Henry Purcell, Lully oder Rameau, Telemann, Händel und die Bachs plötzlich ohne Perücken- und Pomadenmuff die romantisch verklebten Ohren rockten, dafür hatten, quasi im Alleingang, zwei Pioniere bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren den Boden bereitet: Gustav Leonhardt in Amsterdam und Nikolaus Harnoncourt in Wien. Das Verrückte: Es waren – und sind bis heute – überwiegend ...

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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Albrecht Thiemann