Warum das alles
Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.
Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine junge Frau namens Helena verliebt ist, eine Verbindung, die seine Eltern nicht billigen. Als sie ihm mitteilen, Helena sei tot, glaubt er ihnen nicht und verlässt das Haus.
Tatsächlich findet er Helena auf einem verlassenen Fabrikgelände: Sie hat Beweise für eine Korruptionsaffäre, in die auch Leifs Vater, ein Politiker, verwickelt ist. Leif wird aufgegriffen und von seinen Eltern in die Psychiatrie eingewiesen, doch er kann mit Helenas Hilfe fliehen; dabei tötet er einen Arzt. Sie werden verfolgt, Helena wird vergewaltigt, schließlich retten sie sich durch den Sprung in einen scheinbar bodenlosen Schacht der alten Fabrik. Sie stürzen aber nicht in den Tod, sondern landen in einer anderen, besseren Welt.
In Igor Bauersimas Libretto verbirgt sich eine Allegorie: Leif = Life verkörpert die Lebensenergie schlechthin, Helena das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Unter den Komponisten der sowjetischen Nachkriegszeit gehörte Nikolai Karetnikov (1930-1994) zweifellos zu den Querdenkern. Wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Edison Denisov entwickelte er eine eigene Ästhetik und kompositorische Techniken, die mit den Prinzipien des «sozialistischen Realismus» nichts zu tun hatten. Auf der einen Seite fühlte sich...
Ein historischer Moment: Mit der Premiere der «Gezeichneten» in Los Angeles kam erstmals in der Neuen Welt eine Oper von Franz Schreker zur Aufführung. Und auch die zweite amerikanische Schreker-Premiere steht bereits bevor: Im Rahmen des Bard SummerScape Festivals vor den Toren New Yorks ist für den 30. Juli seine frühe Oper «Der ferne Klang» angesagt.
«Die...
Auch das Augsburger Stadttheater muss empfindliche Kürzungen während der laufenden Saison verkraften. Doch Regisseurin Yona Kim, in Südkorea geboren, in Wien ausgebildet und demnächst in Stuttgart mit Chaya Czernowins «Pnima» aktiv, scheint das eher zu beflügeln.
Mit Bühnenbildnerin Etienne Pluss reißt sie für «Lucia di Lammermoor» weite, dumpf schimmernde,...
