Wagner-Voodoo
Kein Zweifel: Der auf den Wassern der Erde umherirrende Fliegende Holländer muss unweit der südamerikanischen Küstenstadt Belem auch in das größte Stromgebiet der Welt eingelaufen sein und, immer westwärts, den Urwald erreicht haben, um sich dort, mitten im brasilianischen Dschungel, in Manaus, der Stadt am Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões, mit den einheimischen Mythen – Fitzcarraldo, das gerüchtweise (aber leider nicht wirklich) von Carusotönen nobilitierte Opernhaus und die Voodoo-Kulte – zu vermählen.
Wie das? Ist nicht gerade der «Fliegende Holländer», dieses rasant aus einem Guss anmutende frühe Meisterwerk Wagners, unlöslich verbunden mit dem Nordmeer, mit «Gewitter und Sturm» aus den inneren und äußeren Landschaften zwischen Riga und Norwegen?
Mitnichten dürfte man dieser ästhetischen Geografie anhängen, wenn man die kernige, urige Wiedergabe aus dem Opernhaus von Manaus mit der Amazonas Filarmonica und dem Coral do Amazonas im Ohr hat. Der Chor singt mit einer kraftvollen Insistenz, die das oft Gehörte zu einem ganz neuen Ereignis macht. Es klingt nach erster künstlerischer Liebe, weniger nach eleganter Klangbrillanz. Ähnlich die orchestrale ...
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