Aus ferner Zeit

Schwerin, Mozart: Don Giovanni

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Schwein oder nicht Schwein? Vor den Toren des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin ist die hamletisch angewehte Frage rasch geklärt. Ein Schweine­hund sei dieser Don Giovanni, den man sogleich erleben werde, befinden zwei Damen nach Durchsicht des (im Übrigen lesenswerten) Programmbuchs. Betritt wenig später Mikael Babajanyan in azurblauem Samtgewand (Kostüme: Corinna Cromme) die mit einer geschwungenen Treppe bebaute Drehbühne (Hartmut Schörghofer), dann mag man das kaum mehr glauben.

Ein Galan aus der Schule der Romantik steht dort, mit vollendet frisierter Mähne, männlicher Ausstrahlung und jenem schelmisch-selbstgewissen Grinsen, das nur der aufsetzt, der weiß, wie die Frauen ticken – und wie man sie herumkriegen kann.
Die Art und Weise, wie Babajanyan seinen Bariton stilsicher zwar, doch kaum textverständlich (gesungen wird auf Deutsch) durch die Partie führt, erinnert an überholte Interpretationsmuster. Da ist viel Vibrato, viel Schmelz, viel Timbre, doch wenig Filigranes, wenig Verschattung. Das wird in der In­szenierung von Axel Köhler, handwerklich gelungen und reich an Einfällen, umso deutlicher in dem Augenblick, wo Don Giovanni seinem Diener begegnet. An­dreas ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jürgen Otten

Vergriffen
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