Von Strauss zu Bartók über Mozart
Im August 1989, wenige Wochen nach Karajans Tod, fand das erste von der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit den Festspielen organisierte Symposion statt; das Thema waren die «Antiken Mythen im Musiktheater des 20. Jahrhunderts», Anlass war die «Elektra»-Produktion jenes Jahres. Das Konzept – eine Inszenierung oder ein Programmschwerpunkt der Festspiele als Anknüpfungspunkt für ein weiter gefasstes Thema – blieb in der Folgezeit wesentlich gleich. Insgesamt zwanzigmal fand das Symposion statt.
Jetzt ist Schluss: Die Organisatoren, die 1989 gemeinsam anfingen, sind inzwischen alle im Ruhestand, können und wollen nicht weitermachen.
Unter den Gründervätern war bezeichnenderweise nur ein Musikwissenschaftler (Gernot Gruber), neben zwei Altgermanisten und einem allgemeinen Sprachwissenschaftler, die aber alle Theater-Erfahrung in Dramaturgie (die beiden Salzburger Ulrich Müller und Oswald Panagl) oder Regie (Jürgen Kühnel) mitbrachten (der Fünfte im Bunde war Peter Csobádi), vormals Pressechef der Osterfestspiele). Die Salzburger Symposien waren immer Veranstaltungen für Grenzgänger. Deshalb funktionierte auch der Austausch mit den Theaterpraktikern, Rundfunkredakteuren und ...
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Die Wiege der Oper steht bekanntlich in Italien. Als Monteverdis «L’Orfeo» am Hof von Mantua über die Bühne ging, florierten Musik, Literatur und bildende Kunst in den Palazzi zwischen Florenz, Rom und Neapel – und befruchteten sich wechselseitig. Schon bald wurde überall in Europa Oper gespielt, und bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte die italienische...
Was wäre, gälte Schopenhauers Wort? Was also wäre, würde sich das Wesen einer Gesellschaft durch Musik ausdrücken lassen? Nähme man Aribert Reimanns «Lear»-Partitur zum Maßstab und setzte die Entstehungszeit in eins mit der Jetztzeit, es stünde gewiss nicht eben gut um die menschlichen Belange. Kaum eine Oper nach 1945 trägt so sehr die Züge des Apokalyptischen wie...
Luigi Dallapiccolas Kurzoper «Il prigioniero» («Der Gefangene»), 1944 unter dem Eindruck des italienischen Faschismus begonnen und 1949 (unter der Leitung Hermann Scherchens) in Turin uraufgeführt, ist neuerdings wieder häufig auf den Spielplänen zu finden. Zuletzt stand das von melismatisch-expressiver Italianità durchsetzte Zwölftonopus in Paris zur Diskussion...
