Editorial
Die Wiege der Oper steht bekanntlich in Italien. Als Monteverdis «L’Orfeo» am Hof von Mantua über die Bühne ging, florierten Musik, Literatur und bildende Kunst in den Palazzi zwischen Florenz, Rom und Neapel – und befruchteten sich wechselseitig. Schon bald wurde überall in Europa Oper gespielt, und bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte die italienische Seria das Geschehen. Goldene Zeiten, vergangene Zeiten. Heute spielt Italien als Musiknation nur noch eine marginale Rolle. Wehmütig erinnert man sich an längst liquidierte Klangkörper.
An das Orchester der RAI zum Beispiel, mit dem viele Aufnahmen entstanden, die in die Schallplattengeschichte eingegangen sind. Und fassungslos müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass legendäre Opernhäuser wie La Fenice in Venedig, San Carlo in Neapel oder das Carlo Felice in Genua in den finanziellen und künstlerischen Ruin getrieben werden. Wenn die Berlusconi-Regierung ihre (auch für Museen und antike Stätten brisante) Kaputtsparstrategie fortsetzt, ist selbst für die Mailänder Scala Schlimmstes zu befürchten. Auf rund fünfzig Millionen Euro, so schätzen Experten, beläuft sich die Unterdeckung der (weitgehend aus öffentlichen Mitteln ...
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Vor fünf Jahren bescherte Kent Nagano Berlin an der Lindenoper eine neue «Turandot», die nicht nur aufhorchen ließ, weil das damals noch druckfrische Finale Luciano Berios auf den Notenpulten lag, sondern auch wegen ihres gehärteten, gleichsam trockeneisgekühlten Klangbildes (siehe OW 11/2003). Puccini, der Meister des molto cantabile hatte ausgedient, hier galt...
Sanft kräuselt der Wind die Oberfläche des Sees. Schilf wiegt sich im Takt der Wellen. Endlose Wälder säumen die Ufer. Die Konturen ferner Berge zeichnen sich am Horizont ab. Ein Ort für erhabene Gefühle, für frei fliegende Gedanken. Die hatte auch der Sänger und Regisseur Sten Niclasson, als er vor zwölf Jahren erstmals dieses Ufer bereiste und unbedingt die...
Rostock ist überall, kurzsichtiges Kaputtsparen in Kommunen keine deutsche Spezialität. Aus dem norwegischen Bergen ist jetzt ein klassischer Fall von Kulturdemontage zu vermelden. Dort wurde der seit Jahren erfolgreich arbeitenden Vest Norges Opera kurzerhand die Subvention gestrichen. 1981 von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet und...
