Von fremden Ländern und Menschen
Quella è proprio brutta» – «jene ist wirklich hässlich», soll Verdi über die am 12. August 1845 im Teatro San Carlo in Neapel uraufgeführte «Alzira» gesagt haben. Über keine seiner Opern hat er ähnlich abschätzig gesprochen. Wenn schon der Schöpfer sein Werk verleugnet, darf man sich nicht wundern, dass die Nachwelt das vernichtende Urteil übernimmt.
Die Verdi-Forschung jedenfalls sieht in «Alzira» – die beiden Erstlinge «Oberto» und «Un giorno di regno» einmal ausgenommen – einhellig die Anwärterin auf den Spitzenplatz der Worstseller-Liste unter seinen Frühwerken. Die Premiere in Neapel war ein Erfolg, der sich aber nicht fortsetzte. In Rom fiel «Alzira» durch, an der Mailänder Scala wurde sie 1847 nach einer einzigen Vorstellung abgesetzt und verschwand schließlich zwischen 1858 und 1967 gänzlich von der Bühne. Die Heidenheimer Aufführung ist, nach Passau 1998 und St. Gallen 2010, erst die dritte im deutschen Sprachraum und zunächst gewiss allein der Tatsache geschuldet, dass der Dirigent und Festival-Intendant Marcus Bosch dort seit 2016 Verdis Frühwerk zyklisch präsentiert, also an dessen achter Oper schlicht nicht vorbeikam.
Wer mit dem gängigen Klischee über das Stück und ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Uwe Schweikert, Peter Krause
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