Von echten und kalkulierten Gefühlen

Die neuen Recitals von Elina Garanca und Rolando Villazón

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Es sei ein Zeichen von geistesgeschicht­lichem Instinkt, dass Kritiker zur Eitelkeit neigen, befand Joachim Kaiser im einleitenden Essay zu seinem «Kleinen Theatertagebuch» (1965). Denn dadurch verrieten sie, dass sie alle Sicherheiten des Urteils vorspielen müss­ten. Dies scheint sich vor allem dann zu bestätigen, wenn in ein und derselben Sache die Meinungen völlig auseinander gehen. Wie etwa bei Jürgen Kesting und Manuel Brug – beide sind mit einschlägigen Publikationen über Sängerinnen und Sänger hervorgetreten – hinsichtlich des Recitals der Mezzosopranistin Elina Garanca.

Während Kesting die CD in der «Frankfurter Allgemei­nen Sonntagszeitung» als das «eindringlichs­te Vokal-Recital seit Langem» bezeichnet, ist Brug in der «Welt» davon enttäuscht; die Häppchen seien «appetitlich, aber gleichförmig auf der Silberscheibe angerichtet», der Lettin fehle es an «Feinzeichnung, Geschliffenheit und Witz».
Was die gesangliche Technik betrifft, mag man Kesting gern zustimmen. Garanca ist überzeugend hinsichtlich der Nuancierung der Stimmfarbe wie auch ihrer Stimmfüh­rung frei auf dem Atem, welche die dramatischen Ausbrüche nie angestrengt klingen lässt, sowie der Virtuosität etwa bei ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: CDs, Seite 54
von Gerhard Persché

Vergriffen
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