Von A nach B gehen reicht nicht
Herr Nagy, Ihr Lebenslauf fordert eine Bemerkung einfach heraus: Vor etwas mehr als 24 Jahren sangen Sie als Knabensopran den Hirten im «Tannhäuser», jetzt steht Ihr Bayreuth-Debüt an. Bald können wir Sie zum Silbernen Wagner-Jubiläum beglückwünschen…
Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Und das mit nur zwei Wagner-Partien! Ich komme ja aus der Knabenchortradition – nach dem Hirten hatte ich erst einmal viele Jahre kaum Kontakt zur Oper. Witzigerweise habe ich als Wolfram tatsächlich einige Kollegen aus dem «Tannhäuser» vor bald 25 Jahren wieder getroffen.
Sie singen Partien des lyrischen Baritonfachs. Immer wird auf die Reserven Ihrer Stimme, Ihr Volumen, den komfortablen Umfang in Höhe und Tiefe hingewiesen. Bekommen Sie auch Angebote jenseits des lyrischen Kanons?
Der Fachbegriff ist ja dehnbar – man sollte sich ihm nicht ausschließlich unterwerfen, sondern schauen, was neben dem Kernrepertoire möglich ist. Im Konzertbereich, etwa bei Bach, singe ich mit großer Begeisterung die «Bass»-Partien. Andererseits vertraue ich auf das Siegel «lyrischer Bariton». Ich würde nichts machen, was mich stimmlich auf Abwege geraten ließe. Tatsächlich ist mir in einem halbseriösen ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Interview, Seite 36
von Claus Ambrosius
Man sollte es kaum glauben. Aber ausgerechnet das fest im Norden verwurzelte Stadttheater Bremerhaven blickt nicht nur auf eine ausgeprägte, zuletzt 2009 mit Donizettis «Lucrezia Borgia» bediente Belcanto-Tradition zurück, sondern hat sich in den letzten Jahrzehnten auch mit Aufführungen von Opern des jungen Verdi – unter anderem «Luisa Miller», «Die beiden...
«An Scheidungsgründen fehlt es nie, wenn nur der gute Wille da ist», schrieb bereits Johann Nestroy. Ab wann die Berliner Philharmoniker solch «guten Willen» zur Trennung von den Salzburger Osterfestspielen entwickelten, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren. Faktum ist, dass das Orchester Salzburg im Jahr 2013 verlässt, vier Jahre vor der Goldenen Hochzeit –...
Vielleicht Wotans Abschied? Doch das, so dachte er sich im jugendlichen Vorwitz nach einem Blick in den Klavierauszug, kann niemand spielen. Dann lieber die Standards. «O Isis und Osiris» und ein Schubert-Lied, dies dummerweise im gedeckten, profunden Sound des Vorbildes. «Herr Groissböck», tönte es da aus dem Dunkel, «welchen Lieblingssänger haben Sie denn?» «Kurt...
