Ohne Schmäh
Sängerbiografien tendieren leicht zur Verklärung, verlocken auch seriöse Autoren gern zu romanhafter Ausschmückung oft nur rudimentär überlieferter Fakten. Wenn der Gegenstand der Beschreibung dann auch noch ein populärer Tenor mit einem wechselhaften und in Teilen tragischen Schicksal ist, dann kennt die Fantasie oft keine Grenzen. Richard Tauber ist nicht zum ersten Mal Gegenstand biografischer Bemühungen.
In schlechter Erinnerung ist mir das oberflächliche, klatschsüchtige Opus «Gern hab’ ich die Frau’n geküsst» von Michael Jürgs, vor neun Jahren bei Paul List in München erschienen.
Der neueste Versuch von Evelyn Steinthaler steht auf einem anderen Niveau. Die Autorin, die sich schon in früheren Publikationen mit dem Thema Exil auseinandergesetzt hat, ist keine Opern- oder gar Stimmenspezialistin, aber sie hat gelernt, wissenschaftlich – und das heißt nicht zuletzt: quellenkritisch – zu arbeiten und konnte hier auf Dokumente zurückgreifen, die erst in jüngster Zeit zugänglich gemacht wurden.
Sie betrachtet Tauber nicht in erster Linie als Sänger, sondern als Medien-Phänomen und damit als eine zentrale Figur der Zeitgeschichte, beschreibt seine Rolle im Musik- und ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/Buch, Seite 35
von Ekkehard Pluta
Vor 30 Jahren ist der Organist, Cembalist und Dirigent Karl Richter gestorben, im Oktober wäre er 85 Jahre alt geworden. Auch wenn sich die Klangvorstellungen von Barockmusik seit Richters Zeiten fundamental geändert haben: Seine Verdienste sind unbestritten, und es gibt nicht wenige Hörer, die seinem subjektiv zupackenden, aus der Tradition von Günther Ramin und...
Herr Nagy, Ihr Lebenslauf fordert eine Bemerkung einfach heraus: Vor etwas mehr als 24 Jahren sangen Sie als Knabensopran den Hirten im «Tannhäuser», jetzt steht Ihr Bayreuth-Debüt an. Bald können wir Sie zum Silbernen Wagner-Jubiläum beglückwünschen…
Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Und das mit nur zwei Wagner-Partien! Ich komme ja aus der...
Zum zweiten Mal hat die Vlaamse Opera ihre (zum Teil schon länger bestehenden Kooperationen) mit freien Gruppen wie «Muziektheater Transparant» in Antwerpen, dem Musiktheaterkollektiv LOD in Gent und dem Veranstaltungszentrum De Singel in Antwerpen zu einem kleinen Festival zusammengefasst. Es sind überwiegend flämische und niederländische Künstler, die hier zu...
