Vollkommen natürlich
Herr Schuen, zwei «Così»-Strichfassungen: Fühlt man sich da nicht schizophren?
Ein bisschen schon. Ich bekam die Münchner Fassung ein paar Wochen im Voraus, als ich noch in Salzburg beschäftigt war. Und ich schaute erst gar nicht rein, um mich nicht zu verwirren. Als ich dann drei, vier Tage Zeit hatte, konnte ich diese Version lernen. Ich hatte das Glück, dass in meiner allerersten «Così» vor acht Jahren wirklich alles gesungen wurde inklusive der ungekürzten Rezitative. Insofern ist mir das gesamte Stück präsent.
Aber man muss schon aufpassen – vor allem, weil es in München nicht wirklich viele Wiederaufnahme-Proben gab.
Wie war das, als Salzburg für die Festspiele und für die Mozart-Produktion grünes Licht gab? Eine Befreiung? Oder schwangen doch Angst und Bedenken mit?
Ich bin nach Salzburg gefahren und habe mich total gefreut – allerdings im Glauben, dass die Chancen 50:50 stehen. Anfangs war das doch eine Zeit, in der vieles extrem unsicher war. Dass es schlussendlich so gut lief, war natürlich fantastisch. Corona nehme ich schon ernst, aber vor dem Virus habe ich persönlich überhaupt keine Angst.
Es wurde dann eine sehr körperliche Inszenierung. Wie ist das, wenn man allen ...
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Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel
alpha
25./26.12. – 11.00 Uhr
Bach: Weihnachtsoartorium
Herkulessaal der Münchner Residenz, 2010
Konzert mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Peter Dijkstra.
S: Harnisch, Vondung, Schmitt, Immler
arte
04.12. – 05.00 Uhr
Jacques Offenbach in Köln
Philharmonie Köln, 2012
Konzert mit Auszügen aus...
Kurz war er, der Sommer der Anarchie. Kurz, aber schön. Intensiv, gedankenreich, lustvoll. Zugleich ähnelte er ein wenig jener blassblauen Frauenhandschrift, die weiland den Werfel’schen Sektionschef Leonidas so tief bewegte: Als der Brief Vera Wormsers eintrifft, ist ihre Handschrift kaum mehr zu entziffern – und doch so präsent wie eine wehmütige Erinnerung....
Eine schwierige Angelegenheit ist sie, die Liebe in den Zeiten von Corona. Hinter der Bühne, auf der Bühne, ach, überall, immerzu. Und dann dieses Stück, das durchtränkt ist vom Begehren, von der alles überwindenden Kraft der Zuneigung zweier junger Menschen, die ihr Herz gleich bei der ersten Begegnung an ihr Gegenüber verlieren und einander am liebsten auf der...
