Vetternwirtschaft statt Visionen?

In Sydney ist eine heftige Debatte um die Zukunft von Opera Australia entbrannt

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Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Musikdirektors Richard Hickox erreichte die Zentrale von Opera Australia (OA) in einer denkbar turbulenten Phase. Seit Wochen müssen sich Generaldirektor Adrian Colette und der OA-Vorstand unangenehme Fragen gefallen lassen. Der Unmut über die Leitung der Company, die seit 1996 neben dem weltberühmten Opernhaus in Sydney das Arts Centre in Melbourne bespielt, ist offenbar so groß, dass selbst Künstler und Unterstützer, die bislang auf diskrete Diplomatie Wert legten, zum offenen Angriff übergingen.

Opera Australia steuere auf «einen Abgrund des Mittelmaßes» zu, klagte etwa die Mezzosopranistin Fiona Janes, die den Betrieb seit ihrer Jugend kennt. Ein Verdikt, dem sich der im Januar 2007 nach fünfundvierzig Bühnenjahren abgetretene Bassbariton Bruce Martin in der Kulturzeitschrift «The Monthly» anschloss. Auch im potenten Freundeskreis rumorte es kräftig: Diana Heath, die das Mäzenaten-Forum vor sechsunddreißig Jahren mit aus der Taufe hob, ist überzeugt, dass «die künstlerischen und musikalischen Standards ... Schaden genommen haben».
Alles bloß Hirngespinste verletzter Künstlerseelen, giftete OA-Boss Colette zurück, sprach gar von einem ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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