Theatermusik

Wagners "Götterdämmerung" an der Wiener Staatsoper

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Adorno hat seine Kritik an Wagners Musik in eine dialektische Volte verpackt: Die Leitmotivtechnik mit ihrer Statik bilde die Kehrseite von Wagners «unendlicher Melodie». Insbesondere der «Götterdämmerung» warf Adorno vor, sie schleppe eine ganze «Armatur von Leitmotiven» mit sich herum; damit seien musikalischer Fluss und die Chance zur wahren Entwicklung torpediert. Natürlich kann man gegen diese These vieles anführen. An der Wiener Staatsoper liefert Franz Welser-Möst jetzt sozusagen ein klingendes Argument.

Er entdeckt «Götterdämmerung» als Theatermusik im besten Sinn des Wortes. Alles fließt. Transparenz und Agilität des Klanges sind nie gefährdet. Semantische Aufladung, motivische Parzellierung werden weder ausgestellt noch verleugnet, sondern eingebunden in musikdramatische Verlaufsformen. Kurz: Es sind Kapellmeisterqualitäten, die den Abend prägen.
Manches treibt Welser-Möst an die Grenze der Spielbarkeit. Aus «Siegfrieds Rheinfahrt» wird so ein geradezu meistersingerhaftes Scherzo. Danach kaum Eintrübung. Wann je hätte die Giebichungenszene so licht geklungen? Wem das zu glatt ist, der wird durch die Waltrautenerzählung entschädigt: endlich einmal kein adagioseliger ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Stephan Mösch

Vergriffen
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