Verstörend

Strauss: Der Rosenkavalier
Bremen | Theater

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Da geistert eine Figur durchs Geschehen, die haben sie in den Proben den «Tod» genannt. Später heißt er Hippolyte. Er taucht bald hier auf, bald dort. Verschwindet wieder, ist nicht greifbar. Geheimnisvoll, gespenstisch wird er zur heimlichen Hauptperson, zum Stichwortgeber, zum Drahtzieher. Der Tod, das muss ein Wiener sein? Man spielt den «Rosenkavalier» von Richard Strauss.

Ein Stück, so zeigt uns Regisseur Frank Hilbrich, das man keineswegs auf seine Rokoko-Atmosphäre reduzieren sollte.

Sondern das vor allem vom Lebensgefühl, von der Zerrissenheit des modernen Menschen kündet, von dem Gefühl des Zurückgeworfenseins des Menschen auf sein eigenes Selbst, von seinen Ängsten vor der Vergänglichkeit – seiner Hilflosigkeit gegenüber der Tatsache, dass «eine Sach’ ein End’ hat».

Für diese Sichtweise haben Hilbrich und GMD Yoel Gamzou eine Strichfassung erarbeitet, die mit behutsamen, in sich logischen Kürzungen dem Werk eine andere Stoßrichtung als üblich gibt. So wird Historisch-Zeitgebundenes eliminiert, etwa ein Großteil des Levers, dieser in barocken Adelskreisen üblichen morgendlichen Empfangszeremonie am Bett des Fürsten, von der nur die Arie des Sängers übrigbleibt. Auch ...

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Opernwelt November 2019
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche

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