Verschenkt
Als die Hamburger Musikhochschule im Sommer diese Oper inszenierte, gab es einen femininen Proteststurm: Falstaff hatte einigen Damen den Hintern getätschelt. So etwas gehe gar nicht, meinten Studentinnen, die offenbar nicht nur Schillers Ausführungen zur «Schaubühne als moralische Anstalt» falsch verstanden haben. Handelt das Stück, gleich anfangs verkündet von Frau Fluth, doch genau davon, dass Weiber sich zur Wehr setzen.
An der Lindenoper blieben vergleichbare gutmenschliche Proteste aus, obwohl Alkohol und Tabak in starkem Maße missbraucht wurden und sich Monsieur Fenton (hervorragend: Pavol Breslik) xenophobe Angriffe gefallen lassen musste wegen seiner grotesken deutschen Aussprache. Nun, das alles steht im Libretto, darf also noch ein Weilchen als legitim gelten. Vollständig von den Spielplänen verschwinden wird Otto Nicolais Meisterwerk – er hatte zuvor sieben andere Musikdramen geschrieben und eine beachtliche D-Dur-Symphonie – so oder so nicht, ist es doch längst zum Repertoirefall kleiner Häuser geworden. Auch die Berliner Lindenoper, wo die Shakespeare-Adaption 1849 erstmalig erklang, übte sich jahrzehntelang in Abstinenz. Es gereicht Daniel Barenboim zur Ehre, das ...
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Opernwelt November 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Volker Tarnow
alpha
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Brahms: Ein Deutsches Requiem
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Mozarts «Requiem» und Schönbergs «Ein Überlebender aus Warschau»
arte
03.11. – 16.50 Uhr
Verdi: Messa da Requiem
Berliner Philharmoniker (2019)
ML: Muti, S: Garanča, Meli, Abdrazakov, Yeo
06.11. – 05.00 Uhr
Werke von Beethoven
Berliner...
Was wohl der weise wie menschenkundige Doktor Marianus zu dieser Szene am Beginn des vierten Akts von «Les Indes galantes» anmerken würde? Er würde vermutlich schweigen, schmunzeln und sehr sanft sein Haupt schütteln. Denn rein gar nichts ist hier von jener reinen Minne zu spüren, die Marianus in der Bergschluchten-Szene aus Goethes «Faust II» besingt, von jener...
In ihrer Reihe «Opern aus den Archiven der Welt» haben Werner Ehrhardt und sein Ensemble L’arte del mondo schon mehrere Bühnenwerke wieder ans Licht befördert, die im 18. Jahrhundert überaus beliebt waren, um dann vergessen zu werden. Nach «La scuola de’ gelosi» (2015) folgt mit dem Dramma giocoso «La fiera di Venezia» jetzt eine weitere Buffa von Antonio Salieri,...
