«Verrückte Stimme»
Schmettern wie Metternich. Davon dürften viele geträumt haben, die das dramatische Baritonfach singen wollten. Einmal solche Töne rausschleudern wie Metternich am Ende des «Bajazzo»-Prologs oder im Te Deum des Scarpia. Doch wie Birgit Nilsson, Franco Corelli oder Leonie Rysanek war Metternich ein stimmlicher Sonderfall, nach den Regeln klassischer Gesangskunst und -technik kaum zu messen – und schon gar nicht nachzuahmen.
Teils von Natur, teils durch Technik war er in der Lage, gerade dort Furore zu machen, wo die meisten dramatischen Baritone an ihre Grenzen stießen: in der gefürchteten Höhenlage der Verdi-Partien. Dort sang Metternich mit der Verve und Energie eines italienischen Tenors.
«Verrückte Stimme», befand Wilhelm Rode, der den 24-Jährigen an das Deutsche Opernhaus Berlin engagierte. Ganz groß heraus brachte ihn Michael Bohnen, Rodes Nachfolger ab 1945. Metternich sang das italienische Fach, und schon bald stürzten sich alle auf ihn: Günther Rennert und Joseph Keilberth, Georg Solti und Ferenc Fricsay, Herbert von Karajan und Karl Böhm. Rudolf Bing holte Metternich an die Met und sorgte dafür, dass er dort – entgegen den ungeschriebenen Gesetzen des Aufsichtsrates – als ...
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