Verrückt nach Meer
Der renommierteste «Flying Man» der Briten ist eine Dampf -lokomotive: «The Flying Scotsman», der auch die USA und Australien bereiste und per Schiff sogar die Welt umkurvte, wurde im vergangenen Jahr zu seinem 100-jährigen Jubiläum vom nationalen britischen Eisenbahnmuseum in York restauriert. Von hier aus ist der Weg nicht weit zum Titelhelden von Wagners «Fliegendem Holländer», mit ein wenig Fantasie findet man auch eine Verbindung zu Bryn Terfel.
Der «Flying Welshman», geadelt nicht nur durch den ihm verliehenen Ehrentitel «Sir», sondern auch durch seine Mitwirkung bei der Krönung des vormaligen Prince of Wales zum King, hat in dieser Partie an den großen Opernhäusern der Welt reüssiert, dokumentiert auch auf CD (als Live-Aufnahme aus Zürich). In seinem neuesten Recital begibt sich der Bassbariton erneut auf See («verrückt nach Meer», wenn man so will), allerdings nicht als Demon of the Seven Seas von Richards Gnaden, sondern als stimmungsvoller Referent und Verkäufer von Seemannsliedern, Balladen und Shanties vor allem aus seiner walisischen Heimat, aber auch aus der Bretagne und von den Shetland-Inseln.
In diesem Zusammenhang durchtränkt der ambitionierte Sportfischer seinen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 33
von Gerhard Persché
Aparte Idee: die Welt nicht als Buch oder philosophischer «Fall», sondern als Bauch, in ihrer Kugelgestalt würdig vertreten vor allem von einem Mann: Sir John Falstaff. Wuchtige zwei Yard misst sein Wanst, das muss genügen, um sich jeder Unbill couragiert entgegenzustellen oder, im Zweifelsfall, auch entgegenzuwerfen. Und wenn dann auch noch spanischer Sekt (wie...
Die Liebe hat viele tausend Farben – das gilt auch für Carl Heinrich Grauns Musik zur Oper «Adriano in Siria». Der Hofkapellmeister Friedrichs II. vertonte ein Libretto von Pietro Metastasio wie Dutzende vor und nach ihm. Rund 70 Versionen des Stoffes sind überliefert, die bekanntesten stammen von Johann Adolph Hasse und Giuseppe Scarlatti. Graun schwelgt in...
Mozarts «Così fan tutte» ist eine der wenigen Opern, die man eigentlich nicht verfehlen kann, weil die szenische Dramaturgie von Lorenzo Da Pontes genialem Libretto in jedem Setting, ob konkret verortet oder abstrakt, funktioniert. Die Wette auf die Frauentreue, die Don Alfonso inszeniert, gleitet dem misogynen Zyniker schnell aus der Hand, aus Spiel wird Ernst....
