Tod, da ist kein Stachel!
Aparte Idee: die Welt nicht als Buch oder philosophischer «Fall», sondern als Bauch, in ihrer Kugelgestalt würdig vertreten vor allem von einem Mann: Sir John Falstaff. Wuchtige zwei Yard misst sein Wanst, das muss genügen, um sich jeder Unbill couragiert entgegenzustellen oder, im Zweifelsfall, auch entgegenzuwerfen. Und wenn dann auch noch spanischer Sekt (wie Schlegel weiland den Namen des englischen Getränks «sack» poetisch ins Deutsche übertrug) fließt, dann kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.
Der Schampus vertreibt alle Sorgen und auch jene Melancholie, von der Falstaff bewohnt wird. Er löst die Zunge, befördert den Witz, ohne den die Welt auch für den Ritter von Shakespeares Gnaden gewiss nicht die beste aller möglichen wäre, und verwandelt den Possenreißer in jenen Lebemann, der er, zumindest nach eigener Anschauung, ist – nachzulesen im Monolog aus Shakespeares «King Henry IV», den Arrigo Boito in sein Libretto für Verdis letzte Oper übernommen hat.
Klaus Reichert nennt den Ritter in seiner blitzgescheiten Studie «Der fremde Shakespeare» einen Anti-Illusionisten. Ein «Virtuose des Opportunen» sei er, ein Mann, dessen Wesen aus Wahrheit und Substanz besteht – ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Jürgen Otten und Peter Krause
Wir nehmen an, dass Jacquot nicht meinte, was er krähte: «Richard Wagner ist ein böser Mann». Denn Papageien sprechen ja quasi onomatopoetisch nach, was man ihnen regelmäßig vorsagt, und Minna Wagner hatte den bunten Vogel entsprechend instruiert. Wobei Richard in einem Brief vom 14. September 1858 an Minna spöttisch forderte, Jacquot solle sagen, Richard Wagner...
Die Oper aller Opern – es ist eine viel zitierte Platitüde zu Mozarts unverwüstlichem Wüstling. Das Stück ist aber schwer zu inszenieren und zu musizieren. Schon Johannes Brahms meinte, wolle man einen gelungenen «Don Giovanni» erleben, müsse man in die Partitur schauen. Ganz so schlimm kommt es im Schwetzinger Schlosstheater nicht, dem sommerlichen Spielort des...
Liebe Frau Baumgartner, können wir über Träume reden?
Ja, klar, auf jeden Fall.
Schön. Träumen Sie manchmal in Farbe?
Ich glaube, ich träume immer in Farbe. Ich habe Farben in meinen Träumen nie vermisst, das wäre mir aufgefallen; demnach müssen sie ja wohl vorhanden sein.
Vermissen Sie irgendwelche Farben?
Ich folge meist einem inneren Gefühl; das dockt irgendwo...
