Verblasster Stern
Schöner Satz: «Mit dem Abschied beginnt die Erinnerung.» Gesagt hat ihn Salvador Dalì, der verrückte spanische Surrealist, aber auch für Saskia Zimmermann besitzt er eine enorme Bedeutung. Gleich nach dem Tod ihres Mannes, des Komponisten Udo Zimmermann, nahm sie sich vor, mit einem Buch an sein Leben und Werk zu erinnern.
Also stöberte sie in Archiven, sammelte private wie offizielle Dokumente, sprach mit Weggefährten und packte all das zusammen in einen Band, der nun bei Breitkopf & Härtel erschienen ist – unter einem Titel, der das Wesen Zimmermanns gut trifft: «Ich bin ein Theatermensch.»
Natürlich reicht das als Beschreibung nicht aus, wenn man weiß, wie viele «Berufe» dieser sperrige Künstler im Verlauf seines Lebens ausübte. Zuallererst aber ist Zimmermann als Komponist in Erinnerung geblieben. Blättert man durch die Spielpläne deutschsprachiger Opernhäuser, fällt vor allem auf, dass es im Grunde nur einer aus der Riege der ehemaligen DDR-Komponisten geschafft hat, die Zeiten zu «überleben» – Udo Zimmermann. Grund dafür ist vor allem jenes Werk, mit dem er 1967 an die Öffentlichkeit trat: «Die Weiße Rose. Ein Stück für Musiktheater» (auf ein Libretto seines Bruders Ingo) ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Jürgen Otten
Hoher Besuch sorgt stets für Aufregung. Wobei die Spekulationen darüber, was dem Gast gefallen könnte, zu einem steilen Crescendo anschwellen können. Aus der historischen Tatsache, dass sich Kaiserin Maria Theresia 1750 in Graz ankündigte, dann aber doch nur durchreiste, machte das Grazer «Styriarte»-Festival nun einen als «Rokoko-Soap» angekündigten Doppelabend,...
Weltenerfinder
Er zählt, neben Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und dem Mitte März verstorbenen Aribert Reimann, zur Crème de la Crème der bundesdeutschen (Opern)Komponisten. Werke wie «Orest», «La grande magia», «Eurydice ...» und «Septembersonate» sind Meilensteine des zeitgenössischen Musiktheaters. Ende Oktober wird Manfred Trojahn 75 Jahre alt. Anlass genug...
Christophe Rousset was here!» Nicht, dass dieser Dirigent optisch an die Figur auf dem Kilroy-Graffito erinnern würde – eher lässt er an die Grimm’sche Fabel vom Hasen und dem Igel denken. Denn wer immer in der Landschaft der Alten Musik vermeintliches Niemandsland betritt, mag im Geiste das «Ich bin schon da» des Franzosen hören. Auf seine hochgelobte Aufnahme von...
