UNTER WERT VERKAUFT

Ira Hochman entdeckt mit Georg Caspar Schürmanns «Jason» eine weitere norddeutsche Barockoper

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Wer hätte das gedacht? Eine «Medea» mit glücklichem Ausgang! Georg Caspar Schürmann, Sänger, Librettist, Komponist und seit 1707 Hofkapellmeister in Braunschweig, macht es möglich mit seiner 1720/22 erfolgreich am Hamburger Gänsemarkttheater aufgeführten Oper «Jason oder die Eroberung des Goldenen Vlieses». Nicht Medeas tragisches Ende mit dem Kindermord wird hier behandelt, sondern – wie zuvor schon in Francesco Cavallis «Giasone» – die Liebe der dämonischen Zauberin aus Kolchis zum Griechenhelden Jason, dem sie hilft, das Heiligtum des Goldenen Vlieses zu entführen.

Am Ende steht eine Doppelhochzeit, bei der nur Medeas verflossener Verehrer Stiro leer ausgeht. Bis es allerdings soweit ist, erlebt der Hörer ein Wechselbad der Gefühle – Irrungen, Wirrungen, Zauberspuk und Geisterbeschwörungen –, bei denen die Götter mitmischen und das auch vor Komik nicht zurückschreckt. Mit einem Wort: Es geht so bunt zu, wie es die Hamburger Zuschauer erwarten durften. Wie am Gänsemarkt üblich, präsentiert die überlieferte Partitur ein Pasticcio – einen deutsch-italienisch textierten Mischmasch, der Schürmanns eigene Musik überdies um zahlreiche italienische Einlagearien zeitgenössischer ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: CDs, DVDs, Bücher, Seite 40
von Uwe Schweikert

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