Unter heiterem Himmel
Das Cover ist imposant.
Von einem glutvollen Sonnenstrahl erleuchtet, der sich wie ein göttlicher Schein aufs phallische Zepter legt, schaut «La Seine» – in Gestalt jener mächtigen Statue, die der Bildhauer Étienne Le Hongre anno 1690 schuf – grimmig-nachdenklich auf ein unsichtbares Etwas in der Ferne; erst auf der Rückseite des Booklets wird erkennbar, dass die allegorische Figur auf einer bronzenen Unterlage an der nördlichen Bassin- und Gartenfassade des Versailler Schlosses Platz genommen hat, leicht beschürzt, mit wilder Haarpracht und wallendem Barte, an seiner Seite Schilf und Weinbeeren sowie, zu seinen Füßen, ein hingebungsvoll zu ihm blickender, ebenfalls in Bronze gegossener Putto. Zum Feiern scheint diesem Giganten kaum zumute zu sein.
Und doch ist «La Seine» Teil einer Art Zeremonie: Mit seiner, sehr wahrscheinlich 1725 entstandenen Serenata «La Senna festeggiante» (Die feiernde Seine) auf einen Text von Domenico Lalli huldigte Antonio Vivaldi der Thronbesteigung Louis XV., vermutlich im Auftrag des französischen Botschafters in Venedig, Jacques-Vincent Languet, der sich zwei Jahre zuvor in einem Palazzo auf den Fondamente Nove mit Blick auf die nahegelegene Lagune ...
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Opernwelt 8 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Jürgen Otten
Mit dem Zölibat hat Pater Grandier keine Probleme, er nimmt es gar nicht erst ernst. Schließlich gibt es da die wohlhabende Witwe, die nicht nur geistlichen Trostes bedarf oder die junge Philippe, die er schwängert und hernach – so bleibt es Brauch in der katholischen Kirche – verstößt. Nur mit einem hat er nicht gerechnet: dass er auch die unterdrückten Begierden...
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Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater
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- Hild, Neues vom Räuber Hotzenplotz: 9., 14., 17., 22., 28. (Natürbühne Greifensteine)
- Lippa, The Addams Family: 12., 20., 26. (Natürbühne Greifensteine) - Zeller, Der Vogelhändler: 18. (Naturbühne Greifensteine)
Bayreuth Richard...
Ein junger Mann imaginiert sich die Welt – seine Welt; mit der kalten Realität da draußen hat sie nur wenig gemein. Dafür schilt ihn seine Mutter einen Lügner. Dabei hat doch gerade sie ihm als Kind all jene Märchen erzählt, die seine Fantasie so sehr beflügelt haben. Ja, ein Kind ist dieser Mann geblieben, als viril attraktives «Big Baby» stapft er noch immer...
