Unter Beschuss

Verdi: Attila
Mailand | Teatro alla Scala

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«Nicht mal ein Rapper aus der Bronx ist so zeitgenössisch wie Verdi», sagt Davide Livermore. Ein steiler, ein plakativer Vergleich, der am gesunden Urteilsvermögen des italienischen Regisseurs zweifeln ließe, wüsste man nicht, dass er sein Metier beherrscht. Das Konzept seiner aktuellen High-Tech-Inszenierung von Verdis neunter Oper «Attila» lässt an ein aus dem Jahr 1973 stammendes Diktum des britischen Verdi-Kenners Julian Budden denken: «Ezio verkörpert die hässlichsten Aspekte des Widerstandskrieges.

»

Schon während des Prologs steigt grauer Rauch über monumentalen Trümmerbergen in den düsteren Bühnenhimmel, derweil die Hunnen Rom im Sturm einnehmen und Zivilisten willkürlich erschießen lassen. Am Ende hat sich das Blatt gewendet: Zum Finale fesseln Odabella, Foresto und Ezio den Hunnenkönig an einen Stuhl und traktieren ihn mit Stichwaffen, bevor sie ihm den Todesstoß versetzen. Livermore und sein Produktionsteam unterfüttern nicht nur diese Folterszene mit Zitaten aus einschlägigen Kinofilmen unterschiedlichster Qualität. Weitere provokante Assoziationen, die sich bereits vor der Premiere herumgesprochen hatten, fielen im letzten Moment der Schere zum Opfer. War es ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Carlo Vitali

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