Zwischenfächer

Julien Behr singt Arien der französischen opéra-comique

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Als «de demi-caractère», zwischen den Fächern des heldischen und des leichten Tenors liegend, bezeichnete man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jene Partien der französischen opéra-comique, die wie Gounods Roméo oder Massenets Des Grieux sowohl lyrische Eleganz wie dramatische Kraft, Prägnanz der Artikulation wie Flexibilität der Kopfstimme erfordern. Ihre letzten authentischen Interpreten waren, wenn man von Nicolai Gedda und Léopold Simoneau absieht, vor 50 Jahren, und das schon mit vokal reduzierter Ausstrahlung, Albert Lance und Henri Legay.

Heute werden diese Partien mit viel zu schweren Stimmen besetzt.

Die Stiftung Palazzetto Bru Zane, die sich mit Nachdruck für die vergessene Tradition der französischen Opern-Romantik einsetzt, präsentiert auf ihrer neuesten CD mit dem jungen Julien Behr, der sich bisher vor allem mit Mozart-Partien einen Namen machte, einen Tenor, der genau diese Lücke füllen könnte. Er verfügt über eine leichte Tongebung, sichere Technik, sensibles Stilgefühl für die spezifische Idiomatik dieser Musik, platziert die Spitzentöne wirkungsvoll mit der Kopfstimme, kann in puncto Farben, Timbre und Stimmschönheit allerdings weder mit Gedda noch mit ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Uwe Schweikert

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