Göttliche Komödie
Die Stücke könnten unterschiedlicher nicht sein. Für «Francesca da Rimini», 1906 am Bolschoi uraufgeführt, schrieb Rachmaninow eine düstere, spätromantische Musik. Puccini hingegen fasste seinen 1918 an der Met uraufgeführten «Gianni Schicchi» in einen quirligen, lebendigen Deklamationsstil mit einigen lyrischen Elementen. Die stilistische Distanz ist so groß wie zwischen Strauss und Strawinsky. Oder Alexander von Zemlinsky und Kurt Weill. Ein Zeichen dafür, welche Vielfalt zu Beginn des 20. Jahrhundert auf den Bühnen üblich war.
Beide Stücke gehen auf Szenen aus Dantes «Göttlicher Komödie» zurück, bei «Gianni Schicchi» ist es nur eine Fußnote, auf die die Titelfigur am Ende zu sprechen kommt, wenn er um mildernde Umstände bittet, anstatt wie bei Dante in die Hölle zu kommen. Bei «Francesca da Rimini» ist der Bezug zur Vorlage direkt. Dante und Vergil treten selbst auf und schreiten in die Hölle, wo sie auf das Liebespaar treffen, das dort ausharren muss, weil es die Todsünde der Wollust begangen hat. Mehr Gemeinsamkeit lässt sich zwischen beiden Werken beim besten Willen nicht herstellen, auch wenn die Dramaturgie des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier behauptet, auch ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Richard Lorber
JUBILARE
Am 26. März feiert Erich Urbanner seinen 90. Geburtstag. Der in Innsbruck geborene Komponist erhielt seinen ersten Musik -unterricht bei seinem Vater, der Schullehrer, Organist und Leiter eines Kirchenchores war. Von 1955 bis 1961 studierte Urbanner in Wien Komposition, Klavier und Dirigieren bei Hans Swarowsky. Bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue...
Ein saftig grüner Kunstrasen erstreckt sich über die gesamte Bühne. Außer dieser opulenten, an einen Sportplatz erinnernden Spielfläche gibt es in R. B. Schlathers Inszenierung von Agostino Steffanis «Amor vien dal destino» keine weitere Kulisse, sieht man von einigen Feuerschalen ab, aus denen im dritten Akt domestizierte Flammen züngeln. Es gehört zweifellos Mut...
Theoretisch müsste jetzt das große Duett kommen. «Donna reale», die Anrufung der hohen Frau, und dann, von vielen vokalen Girlanden durchzogen, die Widerspiegelung einer heißen, jedoch unmöglichen Beziehung. Aber wir sind ja nicht bei Donizetti, obwohl Elisabetta I. und Roberto Devereux auf der Bühne stehen. In Puccinis «Turandot» erfolgt der Rückblick der...
