Unerschöpflicher Fritz Wunderlich
Auch im Zeitalter der Drei Tenöre und ihrer Nachfolger blieb der 1966 an den Folgen eines Unfalls verstorbene Fritz Wunderlich ein Spitzenreiter auf dem Schallplattenmarkt und damit ein unbequemer Prüfstein für alle Nachfolger in seinem Stimmfach. Zum 80. Geburtstag des Sängers am 26. September schien nun ein regelrechtes Wunderlich-Fieber auszubrechen.
Alle Rundfunkstationen, für die er tätig war, würdigten ihn mit teilweise mehrteiligen Sendungen; seine Schallplattenfirmen, die eigentlich schon alle seine Aufnahmen auf CD recycelt hatten, überbieten sich mit umfangreichen Editionen, die altes Material neu anordnen und fallweise um ein paar Fundstücke anreichern.
Die Deutsche Grammophon verfuhr dabei nach dem Motto «Klotzen, nicht kleckern». Mit der limitierten und sehr preiswerten Luxus-Kassette «Der unvergessene Fritz Wunderlich» wendet sie sich an Fans und Sammler, die möglicherweise schon alles von ihrem Liebling besitzen, aber wegen der Extras (der Mitschnitt einer Gedenksendung des SWR und ein opulent ausgestattetes Begleitbuch) den bekannten Rest (6 CDs mit Highlights aus der DG-Produktion) ein weiteres Mal mitkaufen. Zu diesen «Essentials» zählen die «Entführung» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So ganz weg war er nie. Selbst als noch kein Mensch den Barock-Boom vorausahnen konnte, der die Klassikszene erfassen sollte, gehörte Giovanni Battista Pergolesi zu den Komponisten, deren Werke auf Bühnen und Konzertpodien gespielt wurden. Das komische Intermezzo «La serva padrona» war in alten Opernführern lange das einzige Stück, das die Zeitspanne zwischen...
«Götterdämmerung» als Demonstration der Vererbungslehre? Wenn Hagen nach Siegfrieds Tod in einer brutal ausgespielten Szene seine Halbschwester Gutrune vergewaltigt, kann man diese Tat ganz aus den Genen begründen: Hatte sein Vater Alberich bei der Zeugung des Sohnes nicht einst Grimhild, der Herrschersgattin im Hause Gibichungen und Mutter von Gunther und Gutrune,...
Es sollte der ganz große Wurf werden. Ein Werk, das als erste «Great Australian Opera» in die Geschichte eingehen würde. Vor zehn Jahren wurde es vom wichtigsten Musiktheaterinstitut, Opera Australia, bei Brett Dean, dem prominentesten Komponisten des Fünften Kontinents, in Auftrag gegeben. Nichts weniger als ein Meisterstück erhoffte sich Simone Young, die...
