Unerschöpflich neugierig
Wer zu den Stammgästen der Bayreuther Festspiele zählt, ist in der Regel nicht schnell zu beeindrucken, wenn ihm jemand Richard Wagner erklärt. Es muss demnach ein Hochbegabter am Werk gewesen sein angesichts der Tatsache, dass über viele Jahre für die Einführungsmatineen eines Pianisten nicht leichter Karten zu bekommen waren als für die Opernvorstellungen selbst.
Stefan Mickisch, in eigener Darstellung «Klaviervirtuose, Wagnerexperte und Musikwissenschaftler», hat zwischen 1994 und 2019 allein in Wagners Festspielstadt über 500 Auftritte absolviert und dabei das verkopft-trocken anmutende Format des Gesprächskonzerts zur mitreißenden Kunstform erhoben. Dabei verband er allerhöchste Ansprüche an die eigene Virtuosität und Intelligenz, an die philosophische Einordnung und erzmusikalische Durchdringung der Werke sowie an Herz und Hirn des Publikums mit einer ureigenen Spontaneität. Diese besondere Begabung bescherte ihm Einladungen in alle Musikzentren der Welt, sogar aus Dubai und Neu-Delhi gab es Anfragen. Immer mit im Gepäck hatte Mickisch seinen breiten Oberpfälzer Zungenschlag, unverkennbar auch in den Vorträgen auf Englisch und den Sprachaufnahmen auf Japanisch. Eine besondere ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Stephan Knies
Wer im vergangenen Jahr die Salzburger Festspiele besuchte, fühlte sich – und fühlt sich in der Erinnerung noch heute – in die Stimmung des Wunderbaren versetzt. Apoll und die neun Musen schienen mehr als 100 Veranstaltungen unter ihren besonderen Schutz gestellt zu haben, so dass sich am Ende unter den 76.500 höchst irdischen Besuchern niemand mit dem Corona-Virus...
Ein ausgesprochen sympathischer Mensch, sein Name sei Schall und Rauch, verblüffte kürzlich in einem Fernsehinterview mit der Feststellung, er liebe Computerspiele wie «Warcraft». Sie verschafften ihm das nötige Ventil, um ein netter Mensch bleiben zu können und nicht von Aggressionen aufgefressen zu werden. Ähnlich mag man sich die Seelenlage von Sängerdarstellern...
JUBILARE
Paul Frey studierte am Konservatorium von Toronto. 1977 kam er nach Europa und wurde ein Jahr später ans Theater Basel verpflichtet, wo er als Massenets Werther debütierte und anschließend in den großen Tenorpartien zahlreicher Opern Mozarts («Idomeneo», «Don Giovanni», «La clemenza di Tito») und Verdis («Rigoletto», «Macbeth», «Simon Boccanegra») sowie...
