Mindestens 50 Prozent sind machbar

Seriöse Studien aus Dortmund, Berlin und München führen den Beweis, dass der Besuch von Opernhäusern bei entsprechendem Hygienekonzept keine Gefahr darstellt

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Wer im vergangenen Jahr die Salzburger Festspiele besuchte, fühlte sich – und fühlt sich in der Erinnerung noch heute – in die Stimmung des Wunderbaren versetzt. Apoll und die neun Musen schienen mehr als 100 Veranstaltungen unter ihren besonderen Schutz gestellt zu haben, so dass sich am Ende unter den 76.500 höchst irdischen Besuchern niemand mit dem Corona-Virus ansteckte.

Als Mensch der entzauberten Moderne kann man die Festspiele im Ausnahmezustand freilich auch ganz anders lesen: als wissenschaftlichen Großversuch an 76.500 lebenden Objekten.

Denn im Gegensatz zum Wunder, das göttlichen Beistands bedarf, erwies sich die Anordnung dadurch als wissenschaftlich, dass sie sich danach mehrfach wiederholen ließ, mit dem immer gleichen Ergebnis: Opernhäuser und Konzertsäle gehören zu den Orten, an denen Menschen vor Ansteckungen so sicher sind wie fast nirgends sonst, außer an der frischen Luft und in ihren eigenen vier Wänden. Genauer, wie eine im Februar veröffentlichte Studie des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin festhält: Eine jeweilige Belegung mit Maske vorausgesetzt, ist man in einem zu 40 Prozent ausgelasteten Theaters, Opernhaus und Museum fast ...

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Opernwelt April 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Michael Stallknecht

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