Dracula meets Frankenstein

Satire darf alles: Ilaria Lanzino greift bei Rossinis «Il barbiere» in die filmische Mottenkiste und wird dafür in Weimar gefeiert

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Hätten sich Graf Dracula und Dr.

Frankenstein eigentlich verstanden, falls sie sich jemals außerhalb ihrer seit 1897 (Bram Strokers Roman «Dracula») beziehungsweise seit 1816 (Mary Shelleys Roman «Frankenstein») zwischen zwei Buchdeckeln steckenden Existenzen begegnet wären? Ewiger Blutsauger der eine, Naturwissenschaftler, Chemiker und Anatom der andere? Nach der schauspielerisch turbulenten, tänzerisch durchrhythmisiert-horrormusicalartigen Weimarer Inszenierung von Rossinis spritzig-komödiantischer, zweiaktiger Opera buffa auf ein Libretto von Cesare Sterbini nach Beaumarchais’ Dramenvorlage, uraufgeführt in Rom 1816 (also just in dem Jahr, als der «Frankenstein»-Roman erschien), wissen wir es zumindest aus musiktheatralischer Sicht: erwartungsgemäß natürlich nicht! Die Interessen, so das Fazit nach der musikalisch und gesanglich ebenso transparent wie stringent und anmutig gegebenen (und daher zu Recht bejubelten) Premiere von Rossinis «Il barbiere di Siviglia» am Deutschen Nationaltheater in Weimar, die Interessen also dieser gesellschaftlich nicht anschlussfähigen, nachtaktiven beziehungsweise technikvernarrten Eigenbrötler bilden keine sozialverträglichen Schnittmengen. Graf ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Achim Heidenreich

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